Wasser trinken für die Gesundheit

Eineinhalb bis zwei Liter Wasser soll der Mensch am Tag trinken, lautet die herrschende Lehre. Aber was passiert, wenn ich zuwenig trinke? Kann ich auch zuviel trinken? Und muss es wirklich immer nur Wasser sein? Eine optimale Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit, dafür gilt es nur wenige Grundsätze zu beachten.

Zunächst einmal: Wasser ist der größte Bestandteil des menschlichen Körpers. Es ist ein Transportmittel für Nährstoffe, ein Lösungsmittel für Vitamine und enthält zudem Elektrolyte, die für den Stoffwechsel und die Funktion von Körperzellen wichtig sind. Es sorgt dafür, dass das Blut nicht eindickt, denn das wäre gefährlich für viele Organe, vor allem für Herz und Gehirn. Hinzu kommt, dass die Proteine und Enzyme des Körpers besser in dünnflüssigem als in dickflüssigem Blut wirken. Insgesamt ist Wasser also sehr wichtig. Wenn der Körper zuwenig Wasser bekommt, tritt sofort ein Verteilungsmechanismus in Gang. Ziel ist es, den Wassergehalt an den allerwichtigsten Stellen zu erhalten, z. B. im Blut und im Gehirn. Und es wird dem Körper dort entzogen, wo es nicht so akut gebraucht wird, etwa im Darm, in den Gelenken oder in den Bandscheiben. Deswegen kann ein beständiger leichter Wassermangel zu Verdauungsbeschwerden führen, da der Stuhlgang zu fest wird. Es kann auch zu Gelenkschmerzen, Gelenkentzündungen oder Rückenschmerzen kommen. Dabei können diese Wassersparmaßnahmen meist nicht komplett verhindern, dass das Blut eindickt, was wiederum das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts erhöht. Weitere Folgen eines chronischen Wassermangels sind eingeschränkte Nierenfunktion, Hautschäden, weil die Hautzellen austrocknen, Bluthochdruck, eine höhere Belastung für das Herz, und natürlich auch ein eingeschränktes Denkvermögen, weil das Gehirn - im Verhältnis zu seiner Größe - den höchsten Wasserbedarf hat. Wenn ein Mensch insgesamt zu wenig trinkt, kann sich auch ein harmloser Infekt gravierend auswirken. Denn ein solcher Infekt wird normalerweise mit Fieber oder Durchfall vom Körper selbst zur Strecke gebracht. Fehlt das Wasser, sind diese Regulationsmechanismen gestört.

Möglicherweise denken Sie jetzt: Das kann mir nicht passieren, denn ich trinke immer sofort, wenn ich Durst habe. Doch viele Menschen leiden unter einem leichten Wassermangel, weil sie die ersten Anzeichen für eine Austrocknung nicht kennen. Es ist nämlich nicht die Mundtrockenheit, die sogar erst relativ spät auftritt. Wenn Sie also immer nur dann trinken, wenn die Zunge am Gaumen klebt, leiden Sie bereits unter einem leichten Wassermangel. Achten Sie deshalb auch auf die ersten Anzeichen eines Leistungsabfalls wie Müdigkeit, Unruhe, Gereiztheit. Am besten ist es, wenn Sie sich jeden Tag eine große Flasche Wasser hinstellen - zuhause oder am Arbeitsplatz - und diese über den Tag verteilt leeren. So trinken Sie automatisch genug und vor allem auch regelmäßig. Ihr Körper verbraucht und verliert nämlich permanent Wasser, also müssen Sie es auch regelmäßig nachfüllen. Optimal ist, wenn Sie alle zwei Stunden ein Glas trinken. Sich zwei Liter auf einmal hinunter zu zwingen, um dann den Tag über nicht mehr an das Wassertrinken denken zu müssen, ist keine Alternative.

Aber was soll man trinken? Für den Normalgebrauch sind am besten Wasser, ungesüßte Kräutertees und verdünnte Säfte geeignet. Das bedeutet vor allem: zum Durstlöschen keine Milchshakes oder Limonaden, da sie zu viele Kalorien enthalten. Aber auch keine Colagetränke, selbst wenn sie kalorienreduziert sind, weil hier andere Inhaltsstoffe den Körper schädigen können, wie etwa die Säuerungsmittel Phospat oder Phosphorsäuren, die auf Dauer Calcium aus den Knochen auswaschen.

Bedenken davor zuviel zu trinken müssen Sie nur haben, wenn Sie sehr stark schwitzen und ausschließlich Leitungswasser in großen Mengen trinken. Dann besteht die Gefahr einer "Wasservergiftung", bei der die verschiedenen Körpersalze in ein Ungleichgewicht geraten. Dies kann zur Desorientierung führen und auch für die Hirnfunktionen bedrohlich werden. Denn Leitungswasser ist kochsalzarm und führt deshalb bei zu reichlicher Aufnahme zum Natriumverlust im Blut. Wenn Sie viel schwitzen, zum Beispiel weil es heiß ist oder weil Sie intensiv Sport treiben, verlieren Sie zusätzlich Körpersalze. Deswegen sollten Sie in diesen Fällen nicht ausschließlich pures Leitungswasser trinken, sondern ein Mineralwasser mit einem mittleren Natriumgehalt.

Den morgendlichen Kaffee können Sie übrigens zur täglichen Flüssigkeitsmenge hinzuzählen. Früher dachte man, dass er entwässernd wirke. Heute weiß man, dass dies nur bei gelegentlichen Kaffeetrinkern der Fall ist. Wer regelmäßig zwei oder drei Tassen Kaffee pro Tag trinkt, bei dem stellt der Körper seine Mechanismen um, damit das Wasser nicht verloren geht. Der Brauch, Kaffee mit einem Glas Wasser zu servieren, dient also nicht dazu, einen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Vielmehr soll das Wasser die Geschmacksnerven empfänglich machen für den Genuss des nächsten Schlucks Kaffee.

16. bis 30. Juni 2007 Aktualisiert am 25.2.2011

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