Wassersprudler - eine gesunde Alternative?

Zur Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden ist es notwendig, täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit zu trinken. Das ist vor allem für die Funktion der Nieren sowie eine geregelte Verdauung sehr wichtig. In den warmen Sommermonaten, aber auch grundsätzlich bei schweißtreibenden Tätigkeiten wie Sport ist der Flüssigkeitsbedarf noch höher. Achten Sie darauf, dass stets ein ausreichender Vorrat an alkoholfreien und möglichst zuckerarmen Getränken bereitsteht.

Leider ist dies oft mit lästigem Schleppen von Getränkekisten verbunden, das besonders älteren Menschen Probleme bereitet. Der Kauf eines Sprudelbereiters scheint daher eine lohnenswerte Anschaffung zu sein. Die Geräte sind etwa so groß wie eine Kaffeemaschine und kommen ohne Stromanschluss aus. Auf Knopfdruck wird Kohlendioxid in eine zuvor mit Leitungswasser gefüllte Flasche eingeleitet. So wird aus einfachem Leitungswasser ein sprudelnder Durstlöscher.

Viele Sprudelautomaten kosten zwischen 50 und 100 Euro. Trotz der zusätzlichen Betriebskosten für das Nachfüllen der Kohlendioxidpatronen macht sich die Investition unter rein ökonomischen Gesichtspunkten nach einem Jahr bezahlt.

Aber wie sieht es mit der Qualität des selbst hergestellten Sprudelgetränkes aus? Stellt es eine gesunde Alternative zu handelsüblichen Mineralwässern dar?

Aufgesprudeltes Leitungswasser und Mineralwasser direkt miteinander zu vergleichen, hieße Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Mineralwasser stammt aus unterirdischen, natürlichen Quellen, die vor jeglicher Verunreinigung geschützt sind. Dies schreibt die Mineralwasser-Verordnung vor. Der Mineralstoffgehalt liegt in der Regel wesentlich über der von Trinkwasser aus der Leitung. Wer jedoch durch regelmäßigen Verzehr von Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Milchprodukten seine Mineralstoffversorgung sicherstellt, kann nach Auffassung der Ernährungsberatung der Verbraucherzentrale beruhigt auch zu aufgesprudeltem Leitungswasser greifen. Allerdings rät die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V., nachfolgende Gesichtspunkte zu bedenken und zu prüfen:

Hält das Leitungswasser die Grenzwerte der Trinkwasser-Verordnung ein? Hierzu gibt ein Analysenauszug Auskunft, der beim zuständigen Wasserwerk beziehungsweise den Stadtwerken erhältlich ist.

Die Qualität des Trinkwassers kann auch durch die hauseigene Rohrinstallation wie zum Beispiel Bleirohre in Altbauten oder neue Kupferrohre beeinflusst werden. Eine privat bei einem Analysenlabor in Auftrag gegebene Trinkwasseranalyse zeigt eventuelle Beeinträchtigungen auf.

Außerordentlich wichtig ist die Hygiene bei der Zubereitung und Lagerung des selbst hergestellten Sprudels zu beachten. Um eine Verkeimung des Wassers zu vermeiden, sollte die Wassertemperatur vor und nach der Behandlung mit Kohlendioxid nicht über 7°C liegen. Frisch aufgesprudeltes Wasser gehört zur Aufbewahrung in den Kühlschrank und sollte möglichst noch am gleichen Tag getrunken werden. Die eingeleitete Kohlensäure wirkt wachstumshemmend auf Keime. Daher ist stärker aufgesprudeltes Wasser hygienisch stabiler als schwach kohlensäurehaltiges. Schon beim Kauf des Gerätes sollte darauf geachtet werden, dass ein kräftiges Aufsprudeln möglich ist.

Die für die Sodabereitung verwendete Flasche und das Zubehör müssen regelmäßig heiß ausgespült oder in der Spülmaschine gereinigt werden. Leere Flaschen sollten immer gut abgetrocknet, also ohne Restwasser, aufbewahrt werden.

Untersuchungen haben ergeben, dass beim Gebrauch der Sodabereiter unter Umständen auch Verunreinigungen im fertigen Getränk auftreten können. So wurden Mineralölspuren festgestellt, die vermutlich aus den Kohlensäurepatronen stammten. Es empfiehlt sich daher, nur fachgerecht abgefüllte und lebensmittelgerechte Kohlensäurepatronen zu kaufen. Aus Dichtungen der Flaschenverschlüsse und Geräte können Kunststoffverbindungen ins Wasser übergehen. Einige Kunststoffflaschen geben Acetaldehyd an das Wasser ab, was als moderiger oder süßlicher Geruch wahrnehmbar ist. Auch wenn die gemessenen Werte als gesundheitlich nicht bedenklich bewertet wurden: Holen Sie beim Neukauf eines Gerätes die Zusicherung des Herstellers ein, dass keine Weichmacherrückstände oder andere Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Werden diese Tipps und Hinweise berücksichtigt, so steht der Zubereitung des Sprudelwassers in der eigenen Küche nichts mehr im Weg.

Für diejenigen, denen das pure Sprudelwasser zu fade schmeckt, bieten die Hersteller der Geräte auch Konzentrate mit verschiedenen Geschmacksnoten von Cola bis zu exotischen Früchten an. Die Zubereitungen enthalten neben Zucker auch unerwünschte Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Säuerungsmittel und Konservierungsstoffe. Zudem haben die Konzentrate die Eigenschaft, als Restgeschmack an der Flasche haften zu bleiben. Für puren Sprudelgenuss ist daher eine zusätzliche Flasche notwendig. Das Sprudelwasser lässt sich stattdessen auch gut nachträglich mit Fruchtsäften zu einer erfrischenden Schorle mischen.

1. bis 15. Juli 2001 Aktualisiert am 25.2.2011

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

Redaktion: Birgit Kahl