Bronchitis nicht unterschätzen

In der kalten Jahreszeit hört man vielerorts wahre Hustenkonzerte. „Wegen so eines banalen Hustens werde ich doch nicht zuhause bleiben“, denken nämlich viele. Dabei ist Husten nicht immer nur Anzeichen für eine harmlose Erkältung, sondern oftmals auch für eine gefährlichere Bronchitis. Das ist eine Entzündung der Schleimhaut in den tiefen Atemwegen. Diese Krankheit darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern muss sie unbedingt behandeln.

Denn eine Bronchitis schädigt die Schleimhaut der Bronchien, die dadurch an Abwehrkraft gegenüber dem nächsten Erreger verliert. Auch kann sich eine Bronchitis dauerhaft festsetzen und chronisch werden, insbesondere wenn Sie die Erkrankung nicht richtig auskurieren. Wichtig ist es deshalb, die Anzeichen für eine Bronchitis zu kennen und richtig zu reagieren.

Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Bronchitis:

Typisches anfängliches Merkmal der akuten Bronchitis ist ein trockener, schmerzhafter Husten, der sich mit der Zeit verschlimmert. Gewöhnlich haben die Betroffenen auch mit leichtem Fieber und mit schleimigem Auswurf zu kämpfen. Der Auswurf ist meist weiß, kann aber auch gelb bis grünlich verfärbt sein. Atemgeräusche sowie gelegentliche Luftnot sind ebenfalls Symptome. Oft geht der Bronchitis eine Erkältung voran. Sie sollten deswegen alarmiert sein, wenn Husten und Auswurf einfach nicht aufhören, obwohl die Erkältung schon vorüber ist. Eine leichte Bronchitis dauert zwei bis drei Wochen. In der kalten Jahreszeit, aber auch wenn Sie Rauch oder Staub einatmen müssen, kann sie sich über sechs bis acht Wochen hinziehen. Gehen Sie zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, wenn der Husten schmerzt, einfach nicht weggeht und Sie zudem Auswurf haben. In der Praxis kann man feststellen, ob Bakterien oder Viren die Bronchitis verursachen. Sind es Bakterien, hat der Auswurf eine grünliche oder gelbliche Farbe. In dem Fall wird ein Antibiotikum verschrieben.

Ist der Auswurf allerdings farblos, stehen Viren hinter der Bronchitis. Gegen Viren helfen keine Antibiotika. Sie selbst aber können Ihrem Körper helfen, damit er mit dem Infekt fertig wird. Vor allem ist jetzt Schonung angesagt, vielleicht sogar Bettruhe und viel Flüssigkeitszufuhr. Also im wahrsten Sinne des Wortes: Abwarten und Tee trinken.

Den Husten sollten Sie nicht gleich mit Hustenblockern unterbinden. Er stellt nämlich den Versuch des Körpers dar, die Bronchien vom Schleim zu befreien. Besser ist es, die Lösung des Schleims zu erleichtern. Dazu gibt es Medikamente aus der Apotheke. Pastillen mit den ätherischen Ölen des Thymians, aber auch Huflattich und Isländisch Moos lindern die Reizung der Bronchien. Nachts kann es allerdings trotzdem Sinn haben, hustenstillende Mittel einzunehmen, um schlafen zu können. In schweren Bronchitisfällen setzt die Ärztin beziehungsweise der Arzt Cortison zur Bronchienerweiterung ein. Zigarettenrauch einzuatmen ist in dieser Zeit allerdings ein absolutes Tabu.

Der Übergang von der akuten zur chronischen Bronchitis ist fließend. Die Symptome sind ähnlich: Der Husten kehrt immer wieder, ist vor allem morgens besonders stark und von Auswurf begleitet. Als chronisch gilt die Bronchitis, wenn über mindestens zwei Jahre jedes Jahr drei Monate oder länger Husten oder Auswurf auftritt. Hauptgrund für die Chronifizierung ist meist Zigarettenrauch. Im Falle einer solchen Raucherbronchitis ist die wirkungsvollste Maßnahme das Einstellen des Rauchens. Dies führt meist innerhalb von vier Wochen zu einem deutlichen Rückgang von Husten und Auswurf.

Wenn Sie eine Raucherbronchitis jedoch ignorieren, kann daraus eine sogenannte COPD entstehen, eine chronische, die Luftröhrenäste verengende Entzündung der Bronchienschleimhaut. Die größte Gefahr der COPD besteht darin, dass die eingeatmete Luftmenge immer kleiner wird. Für Betroffene ist es besonders wichtig, das Rauchen einzustellen. Daneben gibt es Medikamente, welche die Bronchien erweitern und lebenslang eingenommen werden müssen. Chronische Bronchitis kann noch weitere Folgekrankheiten nach sich ziehen, wie ein Lungenemphysem, eine Vergrößerung des rechten Herzens oder eine Krebsgeschwulst an den Bronchien. Die chronische Bronchitis ist hierzulande eine der wichtigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Gehen Sie also Ihrer Gesundheit zuliebe nicht allzu sorglos mit einem länger andauernden Husten um und beachten Sie die Ratschläge Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes!

 

5. bis 15. Januar 2015 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

Text: Dr. Beatrice Wagner,  Redaktion: Marielle Becker