Schwimmen - ein Sport der Leben rettet

Schwimmen ist eine der gesündesten Sportarten überhaupt. Denn das Element Wasser bringt besondere Vorzüge mit sich. Es verursacht beispielsweise einen natürlichen Auftrieb, weshalb man nicht alle seine eigenen Pfunde mit sich herumtragen muss und sich im Wasser freier bewegen kann. Dies entlastet den Stütz- und Bewegungsapparat. So ist Schwimmen gut für Menschen mit Gelenkproblemen und mit Übergewicht geeignet.

Das Bewegen im Wasser trainiert außerdem in besonderer Weise das Herzkreislauf-System und stärkt die Muskeln.

Allerdings schlägt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) regelmäßig Alarm. Denn jedes Jahr sterben in Deutschland zwischen 400 und 700 Menschen durch Ertrinken. Das Meer, das eigentlich als gefährlich gilt, ist daran nur zu 10 Prozent beteiligt. 90 Prozent der Menschen kommen in Binnengewässern um, vor allem in Flüssen, Seen und Teichen.

Betroffen sind alle Menschen, quer durch die Altersgruppen. Die Gründe sind jeweils unterschiedlich.

Teenager und Erwachsene überschätzen oft die eigenen Fähigkeiten und unterschätzen die Gefahren. Dann kommt es zu leichtsinnigem Verhalten und zu Mutproben, wie halsbrecherischen Sprüngen ins Wasser oder zu langen Schwimmstrecken. Auch der Alkohol spielt eine Rolle. Wer sich an einem warmen Sommertag ein kaltes Bier gönnt und sich hinterher noch im Wasser abkühlt, ist einer besonderen Gefahr ausgesetzt. Denn Alkohol stört die Koordinationsfähigkeiten, etwa zwischen Armarbeit, Beinarbeit und Atmung. Darauf kommt es aber in Fließgewässern besonders an.

Eine besonders große Gefahr droht, wenn die Erfrischungssuchenden nicht oder nur schlecht schwimmen können. Das ist bei einem Drittel der Kinder und einem Viertel der Erwachsenen der Fall, mahnt die DLRG.

Eltern sollten auch längere Anfahrtswege nicht scheuen, um ihre Kinder zum Schwimmunterricht zu bringen. Und auch ein Schwimmkurs für Erwachsene kann nicht schaden. Denn, wenn es im Sommer warm wird, zieht es nicht nur die Kinder auf magische Wasser ins Wasser, z. B. an Badeseen und Flüsse.

Bei ganz kleinen Kindern wiederum liegt die Hauptursache für das erhöhte Ertrinkungsrisiko in einem Schutzmechanismus, der in diesem Alter besonders stark ausgeprägt ist. Wenn Kleinkinder plötzlich in – vor allem kaltes – Wasser eintauchen, setzt ein schockartiger Atemreflex ein. Kehlkopf und Lungen schließen sich. Durch diesen so genannten Stimmritzenkrampf wird die Atmung blockiert. Die Ärzte sprechen dabei vom „trockenen Ertrinken“, weil dabei meist kein Tropfen Wasser in die Lunge gelangt. 

Damit Sie selbst und Ihre Kinder sicher schwimmen, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

Ermöglichen Sie ihren Kindern, wenn es irgendwie geht, das Schwimmenlernen. Das ist wichtiger als ein neues Computerspiel, denn die Kunst des Schwimmens macht sich ein Leben lang bezahlt. Im Allgemeinen können Kinder ab etwa vier Jahren schwimmen lernen.

Gleichzeitig ist zu empfehlen, dass Sie als Erwachsene Wiederbelebungstechniken lernen, um im Ernstfall korrekt Erste Hilfe leisten zu können. Oberstes Gebot dabei ist: Wenn Sie ein im Wasser verunglücktes Kind finden, sollten Sie sofort mit der Beatmung und Wiederbelebung beginnen. Verlieren Sie keine Zeit damit, eventuelles Wasser aus der Lunge fließen zu lassen.

Besonders wichtig ist auch: Geben Sie die Rettungsversuche nicht auf! Weil der Körper im Wasser auskühlt, erhöht sich die Chance des Kindes, dass die Wiederbelebungsmaßnahmen auch nach längerer Zeit noch erfolgreich sind.

Generell gilt: Lassen Sie Babys und Kleinkinder niemals, auch nicht für kurze Zeit, alleine im oder am Wasser, im Planschbecken oder in der Badewanne. Ertrinken können Kinder auch im seichtesten Tümpel, wenn sie unglücklich ausrutschen und mit dem Gesicht nach unten fallen.

Achten Sie auch darauf, dass Ihr kleines Kind langsam ins Wasser geht und nicht einfach hineinhüpft, selbst wenn es nur das Planschbecken ist.

Wenn Ihr Kind nicht schwimmen kann, darf es nur in Begleitung Erwachsener und nur mit Schwimmflügeln mit doppelten Luftkammern ins Wasser, oder auch nur ans Ufer oder an den Strand. Schwimmreifen sind unsicher, weil das Kind hier einfach hindurchrutschen kann.

Und für Sie selbst gilt: Alkohol und Schwimmen schließen sich gegenseitig aus. Verzichten Sie nach einem feuchten Grillabend am See oder Fluss auf das kühle Nass.

Falls Sie zu den Gelegenheitsschwimmern gehören, dann wäre auch für Sie ein Schwimmkurs nicht verkehrt. Oft geht es auch einfach darum, die Technik wieder aufzufrischen. Dann macht das Schwimmen erst richtig Spaß, abgesehen davon, dass es sicherer wird. Orthopäden empfehlen zudem, dass Erwachsene das Kraulen lernen, weil dieser Schwimmstil den Rücken schont. Spezielle Erwachsenenkurse gibt es mittlerweile in vielen Schwimmbädern.

Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131 / 20 69 0.

 

16. bis 31. Juli 2009

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl