Halsschmerzen - Ursachen und Behandlung

Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sind häufige Begleiterscheinungen der kalten Jahreszeit. Oft steckt eine einfache Erkältung dahinter, die zunächst gut mit bewährten Hausmitteln bekämpft werden kann. Halsschmerzen können jedoch auch andere Ursachen haben, bei denen sich ein Arztbesuch empfiehlt.

 Besonders im Winter, wenn die eingeatmete kalte Luft die Schleimhäute im Hals- und Rachenbereich auskühlen lässt, kann es leicht zu Halsentzündungen kommen. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße automatisch zusammen, und die Schleimhäute werden weniger gut durchblutet – mit der Folge, dass die Immunkörperchen, die im Blut schwimmen, das Gewebe schlechter erreichen. Wenn nun  Erkältungserreger eingeatmet werden, können sich diese ungestört in den Atemwegen ansiedeln und vermehren. Und schon ist die Halsentzündung da.

Zunächst macht sie sich durch Heiserkeit oder ein Kratzen im Hals bemerkbar. Dann schwellen die entzündeten Schleimhäute an und üben  Druck auf bestimmte Nervenenden aus. Das  führt zu Schmerzen und Schluckbeschwerden. Durch die Schleimhautschwellung trocknen zudem die Atemwege aus, was einen unangenehmen Hustenreiz auslösen kann.

Halsschmerzen des Erkältungstyps sind meist durch Viren bedingt. Leider gibt es noch keine Medikamente, die eine Virusinfektion ursächlich bekämpfen können. Allerdings kann man einiges tun, um die Symptome zu lindern. Dafür ist zunächst einmal ausreichend Wärme wichtig, denn sie sorgt für eine gute Durchblutung der Atemwegsschleimhäute. Dadurch werden die Immunkörperchen, die die Erreger bekämpfen können, heran geschwemmt. Halten Sie Ihren Hals tagsüber und auch nachts mit einem Schal warm. Wohltuend können außerdem Wickel sein: Hierzu legen Sie sich ein warmes und feuchtes Tuch um den Hals, darüber ein trockenes Tuch und schließlich einen Wollschal. Wer möchte, kann zusätzlich ätherische Öle, wie etwa Eukalyptusessenz, auf den Wickel träufeln. Auf diese Weise entstehen wohltuende Dämpfe, die schleimlösend und antibakteriell wirken.

Neben der Wärme ist es sehr wichtig, dass Sie die Schleimhäute feucht halten. Das bedeutet: viel Trinken! Flüssigkeit, zum Beispiel in Form von Kräutertees, hilft dem Körper, die Erreger auszuschwemmen. Wer seine Halsschmerzen zuerst einmal mit Hausmitteln bekämpfen will,  dem sei selbst zubereiteter Schwarzrettichsud oder ein Ingwertee empfohlen. Der Schwarzrettich wird leicht ausgehöhlt, mit weißem Kandiszucker gefüllt und über Nacht stehen gelassen. Der Zucker zieht die Flüssigkeit aus dem Rettich heraus, und sie  können Sie nun teelöffelweise über den Tag verteilt einnehmen. Alternativ dazu schälen Sie eine Ingwerzehe, schneiden sie in Stückchen und lassen diese mit einem halben Liter Wasser 15 Minuten köcheln. Süßen Sie den Ingwersud mit Honig und trinken Sie immer mal wieder ein Glas davon. Außerdem können Sie Salbeibonbons lutschen. Sie wirken leicht desinfizierend und regen die Speichelbildung an. Das hält die Schleimhäute feucht und reduziert den Hustenreiz. In der Apotheke gibt es zudem Lutschpastillen und Lösungen zum Spülen der Mundhöhle und zum Gurgeln. Diese Mittel haben oft zugleich entzündungshemmende, desinfizierende und schmerzlindernde Wirkungen.

Wenn Sie die Halsschmerzen auf allen Ebenen bekämpfen, werden Sie sie am schnellsten wieder los. Deswegen sollten Sie auch die tieferen Atemwege behandeln, etwa durch Inhalationen mit warmen Salzwasserdämpfen. Füllen Sie dazu eine Schüssel mit heißem Wasser und lösen Sie darin zwei Esslöffel Salz auf. Legen Sie ein Handtuch über den Kopf, beugen Sie sich mit dem Handtuch über die Schüssel und atmen Sie die feucht-warme Luft gut und tief ein.

Generell ist es bei Halsschmerzen wichtig, halsschonend zu essen. Empfehlenswert ist flüssig-sähmige Kost, die sich gut schlucken lässt wie Suppe, Pudding oder Brei. Das Essen sollte nicht zu stark gewürzt sein, um weitere Reizungen zu vermeiden. Von Nikotin und Alkohol sowie von zu trockener und zu warmer Luft ist ebenfalls abzuraten.

Schmerzt der Hals trotz all dieser Maßnahmen nach etwa drei Tagen immer noch, ist möglicherweise zur viralen Entzündung ein bakterieller Befall hinzugekommen. Dann sollten Sie zum  Arzt gehen.

Ärztliche Hilfe sollten Sie auch aufsuchen, wenn sich starke Schluckbeschwerden schon beim Schlucken des eigenen Speichels einstellen und auch noch Fieber hinzukommt. Dann könnte eine akute Mandelentzündung hinter den Halsschmerzen stecken. Wenn Sie Ihre Zunge mit einem Holzplättchen herunter drücken und in den Spiegel schauen, sehen Sie die geschwollenen Gaumenmandeln meist schon selbst. Auch Mundgeruch und eine Schwellung der Lymphknoten an den Kieferwinkeln – dort wo sich der Unterkiefer bewegt – sprechen für eine Mandelentzündung.  Ein weiteres Anzeichen ist es, wenn Sie nach dem Essen einen bitteren Nachgeschmack haben. Eine Mandelentzündung ist, im Gegensatz zu normalen Halsschmerzen, fast immer durch Bakterien bedingt. Hier hilft tatsächlich oft nur eine Antibiotikatherapie. Zusätzlich kann der Arzt bei sehr starken Schmerzen ein Schmerzmittel verschreiben.

Halsschmerzen können auch auf Grund anderer Krankheiten entstehen, wie  etwa bei Pfeifferschem-Drüsenfieber, Diphtherie oder Scharlach. Deshalb ist ein Arztbesuch bei stärker werdenden oder länger anhaltenden Halsschmerzen äußerst wichtig. Auch bei chronischen Halsschmerzen sollte nach der Ursache gesucht werden. In Frage kommen zum Beispiel Nasenpolypen, die die Nasenatmung behindern. Auch häufiges Sodbrennen oder das Arbeiten in staubiger und ungesunder Luft kann die Atemwege dauerhaft reizen und zu chronischen Halsschmerzen führen.

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01. bis 15. Februar 2011

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl