Bewegtes Büro: Den Arbeitsplatz optimal gestalten

An keinem anderen Ort verbringen wir so viel Zeit wie an unserem Arbeitsplatz. Es ist fast ein Drittel unseres Lebens. Für rund 17 Millionen Menschen in Deutschland ist das Büro der Arbeitsplatz, meist verbunden mit Bildschirmarbeit. Das ist belastender, als man sich zunächst vorstellen mag. Denn wer am Computer arbeitet, sitzt oft lange Zeit in derselben Position, fixiert den Blick auf den Monitor und bewegt höchstens noch die Finger, um Tastatur oder Maus zu bedienen.

Für die menschlichen Gelenke ist eine starre Körperhaltung schädlich. Denn nur wenn Gelenke gefordert und bewegt werden, bleiben sie geschmeidig. Bewegungslosigkeit hingegen greift die schützende Knorpelschicht im Innern der Gelenke an und fördert einen Gelenkverschleiß. Andauerndes Sitzen und Bewegungsmangel sind für unseren Bewegungsapparat also eine fast genauso große Herausforderung wie schwere körperliche Arbeit. Mögliche Folgen sind Rückenschmerzen, Knie- und Hüftbeschwerden, sowie Verspannungen und Kopfschmerzen. Auch die Augen leiden durch das lange Fixieren des Monitors. Sie machen weniger Lidschläge, produzieren weniger Tränenflüssigkeit und werden trocken und gereizt.

Damit Sie wissen, wie Sie dies alles vermeiden können, haben wir ein paar Tipps für Sie. Zunächst einmal kommt es auf eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes an. Nach neuen Erkenntnissen ist die Beleuchtung sehr wichtig. Am besten ist es, wenn möglichst viel Tageslicht in das Büro einfällt. Ist dies nicht möglich, brauchen Sie eine helle Deckenbeleuchtung und zusätzlich eine individuell verstellbare Schreibtischleuchte. Ein schwach ausgeleuchteter Arbeitsplatz bedeutet Sparen an der falschen Stelle, denn Sie sind fitter und arbeiten konzentrierter, wenn das Arbeitsfeld hell erleuchtet ist.

Eine weitere Grundvoraussetzung für das bewegte Büro ist die richtige Positionierung des Bildschirms. Wenn Sie waagerecht auf den Bildschirm blicken, sollte die oberste Zeile leicht unter der Augenhöhe liegen. Der optimale Abstand zwischen Augen und Bildschirm beträgt 50 bis 80 cm. Wichtig ist auch ein beweglicher Bürostuhl, bei dem Sie die Sitzfläche und die Lehne anpassen können. Stellen Sie die Lehne so ein, dass sie das natürliche Doppel-S der Wirbelsäule unterstützt. Die Stuhlhöhe ist dann richtig, wenn der Ellbogen mit der Schreibtischfläche auf einer Höhe liegt.

Doch die beste Sitzposition nützt nichts, wenn Sie diese den ganzen Tag über unbeweglich einnehmen. Bringen Sie Bewegung in Ihren Arbeitsablauf! Wenn Sie die Gelegenheit haben, Ihren Arbeitsplatz selbst zu gestalten, ist die Anschaffung eines Stehpults optimal. Das können Sie ergänzend immer dann benutzen, wenn Sie Ihren Computer nicht brauchen. Am Stehpult ist Ihre Körperhaltung automatisch aufrecht, außerdem haben Sie eine größere Bewegungsfreiheit.

Ohne Stehpult sollten Sie zumindest regelmäßig aufstehen und im Stehen telefonieren. Am besten geht dies mit einem tragbaren Festnetztelefon. Während des Gesprächs können Sie damit umhergehen und Gehirn- und Körpertraining vereinbaren. Viele berühmte Denker haben sich schon öffentlich dazu geäußert, dass erst das Umhergehen ihre Gedanken in Bewegung bringt. Tun Sie es Ihnen gleich. Gemäß den Aussagen von Arbeitsmedizinern sind zwei bis vier Haltungswechsel in der Stunde optimal. Um Beschwerden vorzubeugen, ist es gut, wenn Ihr Büroalltag zu 50 Prozent aus Sitzen und zu jeweils 25 Prozent aus Stehen und Bewegen besteht.

Wenn Sie, etwa in einem Großraumbüro, diese Prozentzahlen nicht erreichen, dann nutzen Sie außerhalb der Arbeitszeit jede Möglichkeit der Bewegung. Integrieren Sie einen Spaziergang in die Mittagspause, nutzen Sie die Treppen anstelle des Aufzugs. Steigen Sie eine Station früher aus dem Bus aus oder parken Sie Ihr Auto weiter weg, um die letzte Strecke zu Fuß zu gehen.

Zum Abschluss sollten Sie auch darauf achten, dass Ihre Augen in Bewegung bleiben – vor allem, wenn sich schon erste Rötungen und Reizungen zeigen. Machen Sie Augenübungen, indem Sie Ihre Blicke immer wieder umherschweifen lassen. Wechseln Sie in regelmäßigen Abständen zwischen weit sehen und nah sehen, um die Augenmuskulatur zu trainieren. Auch ist es gut, wenn Sie die Augen von Zeit zu Zeit für mehrere Sekunden geschlossen halten. Dies wirkt entspannend und beugt dem Austrocknen des Auges vor.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!

 

01. bis 15. März 2012

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Marielle Becker