Sommer, Sonne, Urlaub – Schützen Sie sich und Ihre Haut!

Die Sonne lacht. Die Temperaturen sind angenehm. Endlich können Sie wieder etwas nackte Haut zeigen. Was gibt es Schöneres? Die Sonne ist nicht nur angenehm fürs Gemüt, sie ist auch gut für die Haut. Denn die Wärme bewirkt, dass sich die kleinen Blutgefäße in der Haut erweitern und die Durchblutung verbessert wird. Die Haut wirkt jünger und frischer.

 Aber: Zuviel Sonne bewirkt genau das Gegenteil. Zu viele UV-Strahlen, auch ohne Sonnenbrand, beschleunigen die Hautalterung. Deshalb haben wir gleich schon einmal die ersten vier Tipps für Sie:

  • Lassen Sie es nicht auf einen Sonnenbrand ankommen.
  • Bleiben Sie in der Mittagszeit im Schatten oder im Zimmer.
  • Wenn Sie den ganzen Tag draußen zu tun haben, dann tragen Sie möglichst sonnendichte Kleidung und Kopfbedeckung.
  • Cremen Sie sich konsequent mit Sonnencremes mit ausreichendem Lichtschutzfaktor ein.

Es gibt eine begrenzte persönliche Zeit, die man unbeschadet in der Sonne verbringen kann – darüber hinaus wird ein Sonnenbrand eintreten. Diese persönliche Zeit ist genetisch bedingt. Bei Menschen mit dunklerer Hautfarbe ist diese Zeit länger, weil die Farbpigmente in ihrer Haut viel von der Sonneneinstrahlung „verschlucken“. Bei hellhäutigen Menschen ist diese Schwelle viel schneller erreicht. Aber egal ob schwarz oder weiß – alle Menschen können einen Sonnenbrand erleiden, wenn sie zu lange in der Sonne bleiben.

Mit einer Sonnencreme kann man diese persönliche Sonnentoleranzzeit verlängern. Der Lichtschutzfaktor sagt, um wie viel. Ein Lichtschutzfaktor von 10 verlängert die Zeit bis zum Sonnenbrand um das zehnfache. Wer ungeschützt 12 Minuten in der Sonne blieben kann, darf dann 120 Minuten, also zwei Stunden. Und wer sich ungeschützt sowieso schon 60 Minuten sonnen kann, weil er ein dunkler Typ ist, darf dies dann 600 Minuten, also 10 Stunden.

Theoretisch. Aber so ganz einfach ist das alles nicht:

Z. B. ist es utopisch zu denken, man könne mit Lichtschutzfaktor 70 tatsächlich ungestraft 70-mal länger als sonst in der Sonne bleiben. Diese Angaben sind unrealistisch.

Aber viel gefährlicher ist folgendes: Auch wenn die Sonnenmilch ausdrücklich vor UV-A und vor UV-B schützt, benennt der Lichtschutzfaktor nur den verlängerten Schutz vor UV-B. Der Schutz vor UV-A ist bei weitem nicht so groß: Er muss nur 1/3 des Lichtschutzfaktors betragen. Das heißt, eine Sonnencreme mit dem Lichtschutzfaktor 60 hat einen UVA-Schutz von 20. Allerdings ist die UV-A-Strahlung alles andere als harmlos. Denn diese Strahlenart dringt tief in die Haut ein. Hier greift sie das elastische Bindegewebe an und führt zu einer vorzeitigen Hautalterung. Weiterhin gibt es auch hier, in tieferen Hautschichten, die Gefahr von Krebs. Nur am Sonnenbrand sind UV-A-Strahlen definitiv nicht beteiligt.

Aber egal ob vor UV-A oder UV-B: Eine Sonnencreme kann nur wirken, wenn sie üppig aufgetragen wird. Mit der „Zwei-Finger-Methode“ machen Sie es richtig: Auf den Zeige- und den Mittelfinger jeweils einen Streifen Sonnenmilch auftragen – und dies jeweils für eine Körperregion verwenden: Kopf, Hals und Gesicht zählen als eine Region, ebenso jeder einzelne Arm, die obere sowie die untere Rückenpartie. Dann noch Bauch, Brust, jeder Oberschenkel bis zum Knie und die Unterschenkel mit Füßen. Haben Sie mitgezählt? Elf Mal die gleiche Prozedur, mindestens noch eine halbe Stunde gewartet – dann sind Sie optimal gerüstet für die Sonne. Und da das Schwitzen sowie die anschließende Abkühlung kaum ausbleiben dürften: Wählen Sie am besten gleich eine wasserfeste Sonnenmilch. Und cremen Sie trotzdem noch einige Male nach – auch wenn Sie dadurch Ihr Sonnenbad nicht verlängern können.

Einfach ein T-Shirt oder Strandkleid überzuwerfen, hilft übrigens nicht immer, die Zeit am Strand ungefährdet auszudehnen. Denn je leichter und dünner ein Kleidungsstoff ist, desto leichter können normalerweise die UV-Strahlen durchdringen. Manches Hemd bringt es noch nicht einmal auf einen Lichtschutzfaktor von 10. Nur dichtgewebte Stoffe bieten einen ausreichenden Sonnenschutz. Vorsicht auch bei nasser Kleidung: Der Schutz vor der Sonne wird hier deutlich beeinträchtigt.

Es gibt allerdings Textilien mit eingebautem Sonnenfilter. Diese Kleidungsstücke sind aus einer atmungsaktiven Mikrofaser hergestellt, welche eine extrem geringe UV-Durchlässigkeit besitzt.

Neben dem Sonnenschutz von außen gibt es auch den Sonnenschutz von innen. Dafür sorgen die Carotinoide, die in buntem und dunkelgrünem Gemüse enthalten sind. Sie reichern sich in der Haut an und fangen zellschädigende freie Radikale ab, die während der Sonneneinstrahlung entstehen. Natürliche Carotinoide sind reichlich in Tomaten, Paprika und bestimmten Algen enthalten. Ein EIncremen mit Sonnencreme, wie beschrieben, ist trotzdem unerlässlich.

Auch ausreichendes Trinken ist wichtig, um ein Austrocknen der Haut zu verhindern und den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen wieder auszugleichen. Grüner Tee wirkt übrigens ausgesprochen hautregenerierend, auch bei Hautrötungen und Sonnenbrand.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!

 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl 

01. bis 15. Juli 2007 Aktualisiert am 20.3.2011