Die Lungenkrankheit COPD

Dass Rauchen Lungenkrebs hervorrufen kann, ist bekannt. Dass Rauchen aber auch die Atemwegserkrankung COPD mit verursacht, ist für viele Menschen neu. Und dabei ist COPD eine weit verbreitete Krankheit. Etwa drei bis fünf Millionen Menschen sind in Deutschland davon betroffen, mit steigender Tendenz, so die alarmierenden Zahlen der Deutschen Atemwegsliga e. V.

 COPD ist eine Lungenerkrankung, die sich durch entzündete und dauerhaft verengte Atemwege bemerkbar macht. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der englische Begriff „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“, auf Deutsch: Chronisch beeinträchtigende Lungenerkrankung. Chronisch bedeutet, dass es sich um eine dauerhafte, lebenslange Erkrankung handelt. Beeinträchtigt ist vor allem das Atmen. Wie es einem Patienten mit einer stark ausgeprägten COPD geht, können Sie leicht simulieren. Halten Sie sich die Nase zu und atmen Sie durch den Mund über einen Strohhalm von etwa fünf Millimeter Durchmesser. Sie dürfen bei der Simulation allerdings keine tiefen Atemzüge machen, denn dies können COPD-Patienten auch nicht mehr tun. Es ist also insgesamt sehr wenig Luft, die Sie so bekommen. Können Sie sich vorstellen, wie es ist, auf diese Weise längere Strecken gehen oder eine Treppe hochsteigen zu wollen?

Die mit Abstand häufigste Krankheitsursache ist das inhalative Rauchen. Die Partikel des Zigarettenrauchs lösen eine überschießende Entzündungsreaktion in den Atemwegen aus. Dies macht sich durch eine chronische Bronchitis mit Schleimbildung, Husten und Auswurf bemerkbar. Typisch für die COPD ist zudem das Lungenemphysem, eine chronische Druckbelastung der Atemwege, einer Überdehnung der Lungenbläschen und der kleinen Bronchienzweige. Nach und nach wird dadurch Lungengewebe zerstört und funktionsuntüchtig. Eine der größten Ikonen der Werbebranche ist übrigens kürzlich, das heißt im Januar 2014, an einem solchen Lungenemphysem gestorben. Es ist der Schauspieler Eric Lawson, einer der berühmten Darsteller des Marlboro-Mannes, der selbst zeitlebens seit seinem 14. Lebensjahr geraucht hat. Er war leider nicht der einzige Marlboro-Mann, der an den Folgen des Rauchens gestorben ist.

Eine COPD lässt sich nicht heilen, aber der Krankheitsverlauf lässt sich stoppen und die Luftnot teilweise medikamentös lindern. Auf dem diesjährigen Lungenfachkongress wurden wieder neue Präparate vorgestellt, die den Schleim nachhaltiger lösen und dabei verträglicher sein sollen. Ein heilendes Medikament ist allerdings auch diesmal nicht dabei. Auf Dauer wird es Ihnen daher nur dann besser gehen, wenn Sie es wirklich schaffen, mit der Krankheitsursache, mit dem Rauchen, aufzuhören. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn das Rauchen ist eine sehr hartnäckige Sucht.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Rauchern die Entwöhnung leichter fällt, wenn sie Unterstützung bekommen. Intensive Beratung durch Ärzte oder andere Fachkräfte, verhaltenstherapeutische Programme, nikotinhaltige Pflaster, Sprays und Kaugummis steigern die Erfolgsraten deutlich.

Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. hat Fachkräfte für Suchtprävention speziell zur Rauchentwöhnung qualifiziert. Die Arbeit dieser Fachkräfte unterstützt die LZG mit Informationsmaterialien. Auf der Homepage der BZgA, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können sich Interessierte für ein kostenfreies Online-Ausstiegsprogramm einschreiben. Dies beinhaltet bewährte Informationen und Tipps, sowie auf Wunsch eine tägliche E-Mail, die zur Rauchentwöhnung motiviert und dabei unterstützt. Die Internetadresse lautet: www.rauchfrei-info.de.

Kommen wir nun zum dritten Therapiemodul, dem Lungensport. Dies ist eine gezielte Sport- und Bewegungstherapie in Lungensportgruppen, wo unter Leitung eines speziell ausgebildeten Therapeuten auf die Bedürfnisse und auf die Leistungsfähigkeit von Lungenpatienten eingegangen wird. Im Lungensport erlernen Sie Atem- und Entspannungstechniken. Sie trainieren Ausdauer und Kraft. Und Sie verbessern Ihre Koordination, die körperlichen Bewegungsabläufe sowie die Dehnungsfähigkeit der Lunge. Weitere Informationen zum Lungensport erhalten Sie von der Deutschen Atemwegsliga, entweder telefonisch unter der Telefonnummer 05252 933615, oder über das Internet unter www.atemwegsliga.de.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund.

 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Marielle Becker 

01. bis 15. April 2014