Das Rauchverbot – Eine Chance für die Gesundheit

Ab Mitte Februar startet auch in Rheinland-Pfalz das Gesetz zum Schutz der Nichtraucher und es gilt das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, Kneipen und Gaststätten. Manche Raucherinnen und Raucher mögen sich fragen, was denn noch von der Zigarette als Zeichen von Freiheit und Coolness übrig geblieben ist, wenn man nicht einmal mehr nach dem Essen schön gemütlich eine rauchen darf?

Die Nichtraucher hingegen werden es genießen, dass ihnen das Essen und die Kleidung nicht verqualmt werden und sie vor allem nicht mehr passiv mitrauchen müssen. Denn neue Untersuchungen belegen, dass Passivrauchen vielfach unterschätzt wird und extrem schädlich für die Gesundheit ist. Insbesondere für Kinder und Jugendliche, die noch in der Wachstumsphase sind.

Raucherinnen und Raucher könnten nun die Gelegenheit nutzen, sich wirklich Gedanken über ihr Rauchverhalten zu machen und einen Rauchausstieg überlegen. Denn mittlerweile weiss jeder, dass die Zigarette schädlich ist und der Verursacher von vielen Krankheiten. Trotzdem können viele Leute nicht von ihr lassen. Denn die Zigarette schafft es sowohl auf psychischer als auch auf körperlicher Ebene, Raucherinnen und Raucher in Abhängigkeit zu halten. So ist die Zigarette ein treuer Begleiter in vielen emotionalen Situationen wie Trauer, Freude, Überraschung oder Stress. Oder im Alltäglichen: Man wartet auf den Bus und zündet sich noch schnell eine an. Oder man hat die Wohnung geputzt und belohnt sich mit einigen tiefen Lungenzügen. Aus diesen Gewohnheiten bilden sich Auslösesituationen. Viele Menschen, die schon vor Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben, fällt es immer noch schwer, in diesen Auslösesituationen nicht zur Zigarette zu greifen.

Die körperliche Abhängigkeit hingegen entsteht so: Gebunden an die winzigen Teerteilchen im Rauch gelangt das Nikotin in die Lunge und von dort ins Blut. Sekunden später erreicht es das Gehirn. Hier besetzen sie u. a. im Limbischen System, dem Belohnungszentrum, bestimmte Nervenzellen und beeinflussen deren Aktivität. Das ist erst einmal sehr angenehm für Rauchende: Sie fühlen sich wohler, Schmerzen und innerliche Anspannung, auch Angst und Aggressionen lassen nach. Zudem mildert das „Lungenbrötchen“ Hungergefühle. Diese Effekte kommen blitzschnell zustande, deswegen spricht man vom süchtigmachenden „Nikotin-Kick“. Und irgendwann braucht man die Zigarette nur noch, um die Entzugssymptome wie Händezittern, Unruhe und Unkonzentriertheit zu lindern. Jetzt glauben Raucherinnen und Raucher, sich ohne den Effekt des Nikotins gar nicht mehr entspannen zu können. Dabei aber dienen Zigaretten nur noch dazu, um eine Spannung und innere Unruhe zu lösen, die ohne Nikotin gar nicht erst entstanden wäre. So ist die Sucht endgültig da.

Rauchen ist langfristig für Gesundheitsschädigungen verantwortlich. Zu den bekanntesten Gesundheitsschädigungen zählen Lungenkrebs, chronische Lungenerkrankungen wie COPD und Raucherbeine. Weniger bekannt ist, dass viele Menschen, auf deren Todesschein ein Herzinfarkt steht, in Wahrheit auch dem giftigen Qualm zum Opfer gefallen sind. Denn der Zigarettenrauch führt zu Gefäßschädigungen und Gefäßverschlüssen. Ein erstes Anzeichen dafür ist übrigens beim Mann die Erektionsschwäche und bei der Frau die Mangeldurchblutung der Klitoris, die zu Lust- und Empfindungslosigkeit beim Sex führt. Darüber hinaus ist das Rauchen verantwortlich für eine erhöhte Infektanfälligkeit, eine Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks und einen schlimmeren Krankheitsverlauf bei Diabetikern.

Sie sehen, es gibt viele Gründe, um vom Glimmstängel wegzukommen! Folgende fünf Phasen unterstützen Sie beim Rauchausstieg:

  • Sie überlegen sich, warum Sie bislang geraucht haben und weshalb Sie damit aufhören möchten.
  • Sie erkennen Ihr typisches Rauchermuster: In welchen Situationen und Stimmungen rauchen Sie, und wann besonders viel? Führen Sie ein Rauchertagebuch, das hilft, sich solche Situationen bewusst zu machen und auch dabei, diese zu vermeiden. Planen Sie Ausweichhandlungen für die typischen Rauchsituationen.
  • Sie bestimmen einen günstigen Aufhörtermin, der sinnvollerweise nicht in einer großen Stressphase liegen sollte.
  • Sie hören auf: Entweder von heute auf morgen. Oder Sie schleichen sich mit Nikotinersatzstoffen (Pflaster, Kaugummi etc.) aus. Damit bekommt Ihr Körper Nikotin, ohne den süchtigmachenden Kick und ohne die krankheitsverursachenden Begleitstoffe.
  • Sie halten durch und konzentrieren Sie sich auf die positiven Wirkungen. Freuen sie sich über jeden rauchfreien Tag! Jetzt können Sie sich das Leben als Nichtraucher schon besser vorstellen.

Übrigens: Von Antirauchpillen wird momentan abgeraten: Erste Anzeichen sprechen dafür, dass beide Produkte, die auf dem Markt sind, Depressionen und Selbstmordgedanken mit verursachen. Hier muss man noch weitere wissenschaftliche Erkenntnisse abwarten. Allerdings ist auch bekannt, dass der Entzug an sich depressive Stimmungen hervorrufen kann. Beruhigende pflanzliche Präparate mit Passionsblume, Baldrian und Melisse sind jetzt willkommen.

Sie finden diesen Text  und weitere Infos zum Rauchausstieg auf der Homepage der LZG unter www.lass-stecken.rlp.de. Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131/2069-0.

 

01. bis 15. Februar 2008

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl