Stillen: Gesunde Mütter und gesunde Babys

Stellen Sie sich vor, ein Traumprodukt sei entwickelt worden: Ein Produkt, das jedes Kind ernähren und bereits in seinen ersten Lebenstagen gegen Krankheiten immunisieren kann. Stellen Sie sich weiter vor, dieses Produkt wäre überall und für jedes Kind sofort zu haben – kostenlos dazu. Unvorstellbar, denken Sie? Nein, dies ist keine Fiktion, sondern Wirklichkeit: Das Produkt ist freilich nicht neu. Es existiert, seit es Menschen gibt. Sein Name: Muttermilch!

 Viele Generationen von Frauen nutzen das natürliche Produkt für ihre Kinder, indem sie sie stillen. Stillen fördert und schützt sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die des Kindes. Für die Mutter senkt es das Risiko, nach der Geburt zu viel Blut zu verlieren, an verschiedenen Infektionskrankheiten, Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken sowie Eisenmangel oder Anämie zu erleiden. Für das Baby trägt Stillen wesentlich zur Vorbeugung verbreiteter Krankheiten bei, wie Durchfall, Atemwegserkrankungen, einschließlich Lungenentzündung, Ohrenentzündung und Harnwegsinfektionen. Für beide ist Stillen ein bedeutsamer Teil des Lernprozesses, wie man gut für ein Kind sorgt, und trägt zu einem gesunden Wachstum und einer gesunden psychosozialen Entwicklung bei.

Das Stillen klappt am besten,

  • wenn die Mütter die Möglichkeit haben, vor, während und nach der Schwangerschaft individuell gesundheitlich betreut zu werden
  • wenn sie über Informationen verfügen, was für sie und ihre Babys gesund ist, insbesondere zur Bedeutung des ausschließlichen Stillens während der ersten sechs Lebensmonate und der angemessenen Verwendung von Beikost danach
  • wenn sie die Möglichkeit haben, ihre Kinder in einer Umgebung zur Welt zu bringen, in der das Stillen respektiert wird
  • wenn sie unmittelbar nach der Geburt umfassende Stillinformationen und praktische Anleitung erhalten
  • wenn sie in der Lage sind, die Abstände zwischen den Geburten ihrer Kinder zu steuern und ihre Familien zu planen und
  • wenn sie gesund sind und sich gut ernähren.

Auch wenn Schwierigkeiten auftreten, kann die Stillbeziehung meist aufrechterhalten werden, wenn die Umgebung der Mutter Verständnis zeigt und Entlastung bietet. Die Stillberaterinnen der La Leche Liga Deutschland e.V. verstehen ihre ehrenamtliche Arbeit als Hilfe von Mutter zu Mutter, ergänzend zur Betreuung durch die Ärztin oder den Arzt und anderes Gesundheitspersonal. Durch telefonische Stillberatung und durch monatliche Stilltreffen bieten sie eine besondere Gelegenheit zur gegenseitigen Unterstützung sowie zum Austausch von Informationen. Schwangere Frauen, Mütter mit Kindern und natürlich auch Väter können hier über die Themen reden, die ihnen wichtig sind, wie zum Beispiel:

  • Vorteile des Stillens für Mutter und Kind
  • Wie man stillt
  • Wie man beim Stillen Schwierigkeiten überwindet
  • Die ersten Wochen mit dem Baby
  • Die Familie und das gestillte Kind
  • Ernährung und Abstillen

La Leche Liga Deutschland e.V. wird von einem medizinischen Beirat unterstützt, dem namhafte Professorinnen und Professoren, Ärztinnen und Ärzten angehören, die Expertinnen beziehungsweise Experten für Stillen, Muttermilch und verwandte Gebiete sind. Sie stehen den Beraterinnen bei medizinischen Fragen zur Seite.

Ziel der Liga ist es, allen Frauen, die stillen möchten, gesicherte Information, Ermutigung und Unterstützung zu bieten.

Eine LLL-Stillberaterin ist nur einen Telefonanruf von Ihnen entfernt. Telefonische Infoline 06851/2524.

La Leche Liga Deutschland e.V.
Dannenkamp 25
32 479 Hille

Sekretariat: Mo- Fr. 9.00 – 13.00 Uhr
Tel. 0571 – 48 94 6
Fax. 0571 – 40 49 480

Email-Kontakt
Internet www.lalecheliga.de

Eine Broschüre zu diesem Thema können Sie unter der Nummer 06131/2069-31 bestellen. Sie finden uns auch im Internet unter www.lzg-rlp.de. Unsere Adresse lautet: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131/2069-0.

Sie finden diesen und weitere Texte auch auf der Homepage der LZG unter www.gesundheitstelefon-rlp.de.

 

 

1. bis 15. Oktober 2002