Zu Fuß zur Schule und in den Kindergarten

Es ist doch eigentlich praktisch, wenn der Vater oder die Mutter auf dem Weg zur Arbeit die Kinder ins Auto einsteigen lassen, um sie eben mit zur Schule oder in den Kindergarten zu nehmen. Schließlich kann man dann ganz sicher sein, dass sie auch gut ankommen. Trotzdem rät die LZG von diesem Bring- und Holservice ab und plädiert dafür, Kinder zu Fuß gehen zu lassen. Und zwar sowohl in den Kindergarten als auch in die Schule.

 Dies hat wichtige Vorteile für die Kinder, und zwar in mehrerer Hinsicht. Es tut ihrer Gesundheit und ihren Denkleistungen gut. Es begünstigt ihre Entwicklung. Und es ist auch noch gut für die Umwelt. Schauen wir uns die Vorteile doch einmal der Reihe nach an:

Gut für Kopf und Körper

Das Zu-Fuß-gehen bestärkt den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder. Kinder bewegen sich gerne. Das hält sie fit und gesund. In der Schule müssen sie noch lange genug still sitzen.

Weiterhin fördert der Fußweg die allgemeine Durchblutung, und das stärkt die Lernfähigkeit der Kleinen. Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, bringen deutlich bessere Denkleistungen. Sie sind auch den ganzen Tag über kreativer und agiler, und haben bessere Laune, als Kinder, die gebracht werden, zeigte eine Studie aus Großbritannien.

Jeden Morgen und jeden Mittag draußen zu sein – da kommen die Kinder auch mit jeder Witterung und Jahreszeit in Berührung. Denn das bedeutet eine Art Klimatherapie. Und diese schützt sie davor, später einmal wetterfühlig zu werden, wissen Medizin-Meteorologen.

Gut für die Entwicklung

Die Wege rund um die Schule sind im Allgemeinen gut gesichert durch Fußgängerampeln und Schülerlotsen. Das bedeutet, dass sich die Kinder relativ sicher an den Straßenverkehr gewöhnen können. Dies baut einem späteren leichtsinnigen Verhalten auf der Straße vor. Sie als Eltern sollten natürlich mit ihren Kindern den Schulweg vorab trainieren, diesen vertraut machen und die Kinder auf mögliche Gefahren hinweisen. Ist Ihr Kind noch im Kindergarten, ist es zu früh, es alleine auf die Straße zu lassen. Aber auch an Ihrer Hand lernt das Kind, an roten Ampeln zu warten oder auch, nicht einfach auf die Straße oder den Fahrradweg zu laufen. So stärken Sie durch den Fußweg schon frühzeitig die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr.

Natürlich werden die Kinder gelegentlich jammern, dass sie nicht zu Fuß gehen wollen. Vor allem, wenn sie sehen, dass andere Kinder regelmäßig gefahren werden. Im Kindergarten können Sie den Weg versüßen, indem Sie sich auf dem Fußweg bewusst Zeit nehmen für Gespräche über Gott und die Welt und über Beobachtungen am Wegesrand. In der Schulzeit wird Ihr Kind auf dem Weg auf Klassenkameraden treffen. Dies ist für sie häufig der einzige Zeitraum des Tages, in dem sie ohne Beobachtung durch Erwachsene sind. Auch das sind notwendige Erfahrungen auf dem Weg zum Großwerden.

Und übrigens: Kinder bilden auf dem Schulweg auch ihre Wahrnehmungsfähigkeiten aus. Sie sehen Neues, müssen es verarbeiten. Das schult ihr räumliches Vorstellungsvermögen. Sie lernen auch, Entfernung, Zeit und Geschwindigkeit wahrzunehmen. Wenn sie hingegen vom vertrauten Zuhause ins Auto gesetzt werden und von dort aus in den Klassenraum, werden viele Möglichkeiten verschenkt, in denen ein Kind seine Sinne schulen und ausbilden kann.

Gut für die Umwelt

Sie haben jetzt viele gute Gründe gehört, warum Sie Ihrem Kind in Wahrheit einen Gefallen tun, wenn Sie es zu Fuß gehen lassen. Nebenbei wird auch die Umwelt geschont. Die Umweltbelastungen von kurzen Stadt-Autofahrten sind erheblich. Bei einem Schulweg von 2 Kilometern Länge, der an 200 Schultagen mit dem Auto zurückgelegt wird, werden pro Pkw ca. 160 Kilogramm Kohlendioxid (CO2) in die Luft geblasen.

Bewegung tut allen gut

Und nicht zuletzt: Regelmäßige Bewegung tut allen gut – ob Groß oder Klein - und ist gesund! Vom gemeinsamen, zu Fuß zurückgelegten Schul- oder Kindergartenweg profitieren auch die Eltern. Denn Bewegung unterstützt das körperliche und seelische Wohlbefinden, stärkt das Herz-Kreislauf-System und verlangsamt den biologischen Alterungsprozess. Und schon mit kleinen und simplen Verhaltensänderungen, wie kleine Besorgungen zu Fuß erledigen oder den Aufzug links liegen lassen und so oft wie möglich die Treppe nehmen, ist es möglich, mehr Bewegung in den Lebensalltag zu integrieren.

Viele weitere Tipps zu mehr Bewegung im Alltag erfahren Sie auf derHomepage der Bewegungskampagne. Dort finden Sie vielfältige Informationen rund um das Thema Bewegung, Ernährung, Sport und Fitness für alle Altersgruppen.

Passend zum Thema können Sie unseren Informationsflyer „Bewegung macht Spaß“ schriftlich bei der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, bestellen. Bitte legen Sie eine 0,55 € Briefmarke für das Rückporto dazu.

 

01. bis 15. Juni 2006 Aktualisiert am 22.2.2011 
© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

 

 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl