Was gehört in die Hausapotheke?

Kinder klagen meist abends über körperliche Beschwerden – genau dann, wenn Apotheken und Arztpraxen geschlossen haben. Das ist kein böser Wille, sondern einfach so, weil ihnen der Schmerz erst dann bewusst wird, wenn sie zur Ruhe kommen und nicht mehr von Spielkameraden oder durch Unternehmungen abgelenkt werden. Gut, wenn Sie mit einer Kinder-Hausapotheke darauf vorbereitet sind. Ganz generell gilt: Medikamente für Erwachsene sind nicht unbedingt auch etwas für Kinder!

Denn der Organismus von Kindern ist keine verkleinerte Version des Organismus von Erwachsenen. Viele Organe wie Nieren, Leber oder Darm sind sensibler und weniger belastbar. In eine Kinder-Hausapotheke gehören deshalb nur solche Arzneimittel, die tatsächlich für Kinder geeignet sind und die Ihnen der Kinderarzt, die Kinderärztin oder die Apotheke empfohlen hat.

Die Grundausstattung an Arzneimittel soll für die häufigsten Krankheitssymptome und Verletzungen Hilfe bieten. Dazu gehören zunächst Zäpfchen, Saft oder Tabletten mit fiebersenkender und schmerzstillender Wirkung. Geeignete Wirkstoffe sind Ibuprofen und Paracetamol..Wund- und Heilsalbe, die Sie bei kleineren Verletzungen auf die Wunde geben. Gegen einen wunden Po hilft Zinkoxidsalbe oder eine Creme mit dem Wirkstoff Dexpanthenol.

Neben den Medikamenten brauchen Sie auch Hilfsmittel und Verbandsmaterial. Dieses ist für Erwachsene und Kinder in gleicher Weise geeignet. Praktisch ist ein digitales Fieberthermometer, denn es misst schneller als ein analoges. Besorgen Sie auch eine so genannte Splitterpinzette, die vorne gebogen ist. So können Sie leicht herausziehen, was ins Fleisch hineingeraten ist. Für Zecken ist eine spezielle Zeckenkarte empfehlenswert. Einmalhandschuhe sind immer angezeigt, wenn Sie mit fremdem Blut in Berührung kommen. Hat Ihr Kind eine Wunde, säubern Sie diese mit einem speziell für Kinder geeigneten Desinfektionsmittel. Bedeckt wird die Wunde mit einem Pflaster – hiervon sollten Sie verschiedene Größen vorrätig haben. Besorgen Sie sich auch so genannte Strips, das sind kleine Pflasterstreifen, die im rechten Winkel über eine kleinere Platzwunde geklebt werden. Wundränder können so wieder leichter zusammenwachsen. Kinder können sich auch verbrennen oder verbrühen. Hierfür gibt es spezielle Brandwundpflaster, die kühlen und den Wundschmerz sofort lindern und außerdem nicht mit der Wunde verkleben. Absolut notwendig sind sterile Mullbinden zum Abdecken von Wunden. Besorgen Sie auch eine Pflasterrolle, damit werden die Mullbinden auf der Haut festgeklebt. Elastische Binden werden bei Verstauchungen oder Muskelzerrungen um die verletzte Stelle gewickelt. Immer hilfreich ist ein Leinentuch, welches Sie bei Fieber in einen kühlenden Umschlag verwandeln oder zum Einwickeln einer Wärmflasche gebrauchen können. In den Kühlschrank und nicht den Arzneimittelschrank gehört eine Gel-Kühlkompresse, auch Coolpack genannt: Die erste Notfallmaßnahme bei einer Verstauchung oder Zerrung.

Bringen Sie den Medizinschrank am besten dort an, wo es kühl und trocken ist – also nicht im Badezimmer – und achten Sie darauf, dass Ihr Kind den Schrank nicht öffnen kann. Überprüfen Sie mindestens einmal im Jahr den Inhalt, denn schneller als man denkt sind einzelne Bestandteile der Kinder-Hausapotheke aufgebraucht oder abgelaufen. Um Krankheitserreger nicht weiterzutragen sollten Sie Augen- und Nasenmedikamente nach der Genesung Ihres Kindes austauschen. Fragen Sie Ihre Apotheke, ob sie die abgelaufenen Medikamente als Sondermüll entsorgt – wozu sie allerdings nicht mehr verpflichtet ist. Andernfalls entsorgen Sie die Arzneimittel über den Hausmüll und nicht über die Toilette, denn Kläranlagen sind nicht auf Arzneimittelrückstände ausgerichtet.

 

01. bis 15. April 2012

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Marielle Becker