Was tun bei Besenreisern und Krampfadern?

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Wie entstehen Besenreiser und Krampfadern?

Wohl jeder kennt das Gefühl, am Ende eines langen Tages schwere Beine zu haben. Kein Wunder, vor allem, wenn man viel steht und wenig geht – denn dabei gerät der Blutkreislauf ins Stocken. Die Konsequenz: Das Blut versackt in den Füßen oder in den Unterschenkeln und Füßen. Wenn dies immer wieder passiert, dehnen sich die Venen und die kleineren Venolen in den Beinen aus, die Venenklappen funktionieren nicht mehr richtig und der Blutrückfluss zum Herzen wird gestört. Es entstehen Besenreiser und Krampfadern. Diese Anzeichen sind ernst zu nehmen und bedürfen einer ärztlichen Begutachtung. Denn werden diese Erscheinungen nicht behandelt, drohen schlimmere Erkrankungen wie Venenentzündungen und Thrombosen, welche sogar einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zur Folge haben können.

Nur circa zehn Prozent aller Erwachsenen haben kein Venenleiden

Insgesamt ist die Zahl derjenigen mit einem chronischen Venenleiden alarmierend hoch. 90 Prozent aller Erwachsenen sind von leichten Besenreisern, Krampfadern bis hin zu offenen Geschwüren betroffen, so die Gesundheitsberichterstattung des Bundes aus dem Jahr 2009. „Nur“ von Krampfadern sind immerhin 20 Prozent betroffen.

Ein typisches Frauenleiden?

Die überwiegende Ursache von Besenreisern und Krampfadern ist eine angeborene Bindegewebsschwäche, die sich auf die Venenwände und Venenklappen auswirkt. Hiervon sind Frauen häufiger als Männer betroffen, weshalb Krampfadern bislang als typisches Frauenleiden galten. Mittlerweile jedoch nehmen auch die Lebensumstände immer mehr Einfluss auf die Venengesundheit. Ein überwiegend sitzender oder stehender Tagesablauf führt zu einer geringeren Aktivierung der Wadenmuskelpumpe, was die Versackung des Blutes begünstigt. Und weil davon beide Geschlechter betroffen sind, ziehen die Männer mit den chronischen Venenleiden immer mehr auf Gleichstand. Diese gehen allerdings im Schnitt viel später zur Erstuntersuchung als Frauen und warten häufig, bis sie massive Beschwerden haben und die Krankheit weit fortgeschritten ist. Deswegen können Männer heutzutage sogar bereits schlimmere Krampfadern als Frauen haben.

Erste Anzeichen sollten untersucht werden

Wenn Sie also erste Anzeichen bemerken, wie schwere Beine, Hautverfärbungen, oder knotige geschlängelte Venen, die sich unter der Haut abzeichnen, dann gehen Sie zur Ärztin beziehungsweise zum Arzt. In der Praxis werden Ihre Venen zunächst mit Ultraschall untersucht und den Schweregrad der Erkrankung ermittelt.

Behandlung von Besenreisern

Besenreiser können ambulant entfernt werden, etwa mit der Flüssig- oder der Schaumverödung. Dabei spritzt der Arzt den Wirkstoff mit einer dünnen Nadel in die Besenreiser. Damit werden die körpereigenen Fresszellen dazu angeregt, die Besenreiser von innen her aufzulösen. Nach drei Wochen sollten die Besenreiser verschwunden sein. Die Behandlung ist, abgesehen von den kleinen Einstichen, nicht schmerzhaft und wird ohne Betäubung durchgeführt.

Veröden und Stripping als Therapie bei Krampfadern

Bei kleineren Krampfadern kommt ebenfalls die Verödungstherapie zum Einsatz. Bei größeren Krampfadern ist das Stripping derzeit der Standard. Dabei wird eine Spezialsonde in die Krampfader eingeführt, bis zu deren Ende vorgeschoben und dort wieder ausgeleitet. Die betroffene Vene wird oben und unten durchtrennt, an der Sonde fixiert und herausgezogen.

Die Lasermethode

In den letzten Jahren hat sich neben dem Stripping die Lasermethode etabliert, und zwar für Besenreiser bis hin zu größeren Krampfadern. Dabei wird eine Lasersonde in die geschädigte Vene eingeführt und diese von innen heraus verödet. Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten dieser Methode, denn sie hat niedrige Komplikationsraten. Nur bei unübersichtlichen stark verknoteten Krampfadern kann der Laser nichts ausrichten.

Maßnahmen, um eine Operation zu vermeiden

Nicht immer muss operiert werden. Oft ist es möglich, die Verschlimmerung von Besenreisern und Krampfadern hinauszuzögern oder abzumildern. Generell heißt es: Sitzen und Stehen ist schlecht. Laufen und liegen ist gut. Gut geeignete Sportarten sind Schwimmen, Radfahren, Walken und Joggen. Auch Yoga bietet sich an, denn hierbei wird die Blutzirkulation in den Beinen angeregt. Dies hilft gleichzeitig, überflüssige Kilos abzubauen und die Venen damit auch zu entlasten. Ausgedehnte Sonnenbäder und Saunabesuche sind zu vermeiden, denn sie fördern die Entstehung von Besenreisern. Kalte Duschen und das Schwimmen in kühlem Wasser (bis 27°C) stärken hingegen die Muskeln der Venenwände und verhindern ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung.

Zu beachten bei langer Reise mit chronischer Venenerkrankung

Wenn Sie unter einer chronischen Venenerkrankung leiden, sollten Sie bei längeren Reisen folgendes beachten: Machen Sie Venengymnastik, das ist übrigens auch im Sitzen möglich, und versuchen Sie immer zwischendrin, einige Schritte zu gehen. Außerdem sollten Sie Kompressionsstrümpfe tragen. Nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sollten Sie eventuell einen Wirkstoff spritzen oder einnehmen, um eine Thrombose zu verhindern.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de
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Weiterführende Links

Robert Koch Institut, Heft 44: Venenerkrankungen der Beine