Es muss nicht gleich Chemie sein: Alternative Mittel gegen Mücken und Mückenstiche

Es muss nicht gleich Chemie sein: Alternative Mittel gegen Mücken und Mückenstiche

 - 

Endlich Sommer, endlich Sonne, endlich schöne Tage! Doch nicht nur wir sind aktiv, auch die Insektenwelt erwacht zum Leben. Es summt und brummt allerorten, was ja auch gut ist. Allerdings spielt sich dabei auch viel auf unserer Haut ab. Bei der Frage, wie Mücken und Insekten davon abgehalten werden können, uns zu stechen, denken viele Menschen auch über Hausmittel nach, um nicht immer gleich zur Chemiekeule zu greifen.

Mechanischer Schutz

Zunächst einmal ist ein mechanischer Schutz wichtig. Anstatt mit einer Spraydose jede Mücke im Zimmer einzunebeln – und das Insektengift hinterher einatmen zu dürfen – sollten Sie ein Fliegengitter vor dem Fenster anbringen. Diese gibt es im Baumarkt oder auch in Drogeriemärkten, sie sind leicht selbst zu montieren. Damit sorgen Sie dafür, dass die Insekten gar nicht erst in die eigenen vier Wände hineingelangen. Können Sie kein Fliegengitter montieren, hängen Sie ein Moskitonetz über Ihr Bett, wie es in tropischen Ländern gang und gäbe ist. Es ist nicht nur nützlich, sondern hat darüber hinaus auch etwas Gemütliches und Heimeliges an sich. Achten Sie auf ein feinmaschiges Netz, damit es nicht nur der Optik dient, sondern auch nützlich ist. 
Wenn Sie einzelnen Mücken zu Leibe rücken möchten, empfehlen wir eine Fliegenklatsche. Damit können Sie schnellere Bewegungen als aus dem Handgelenk heraus ausführen, die Mücke kann Ihnen nicht entkommen. Eine moderne Technik stellen die elektrischen Fliegenklatschen dar. Sie besitzen statt einer Schlagfläche aus Plastik ein Drahtgeflecht, an dem eine Spannung aufgebaut wird. Schaltet man das Gerät ein und kommt der Mücke damit nahe, dann bildet sich ein Lichtbogen und das Insekt erleidet einen elektrischen Schock, der oft, aber nicht immer tödlich für es ist. Aber bitte, achten Sie darauf, tatsächlich nur Mücken und Fliegen zu töten. Denn beispielsweise Bienen, Wespen und Schmetterlinge sollten, wenn möglich, nach draußen ins Freie gelockt werden.

Hilfe durch Gerüche

Wie aber können Sie sich schützen, wenn Sie selbst sich im Freien aufhalten? Mücken werden von unserem menschlichen Geruch angezogen, insbesondere dann, wenn wir verschwitzt sind. Insofern empfehlen wir für die Abendstunden noch einmal kurz zu duschen oder ins Wasser zu springen. Daneben hilft es auch, abends lange und leichte Kleidung anzuziehen, so dass Arme und Beine bedeckt sind. 
Aus der Apotheke gibt es zudem sogenannte Repellentien zum Auftragen. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „fernhalten“ oder „vertreiben“. Es handelt sich dabei um synthetische Mittel mit Duftstoffen, die auf die Haut aufgetragen werden und auf Insekten abschreckend wirken. Doch wenn Sie die Mücken chemiefrei abhalten möchten, sollten Sie auf diese Mittel verzichten. Besonders in der Schwangerschaft ist von der Nutzung von Repellentien abzuraten, da eine Wirkung auf das Erbgut nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Biologische Mittel

Wählen Sie besser biologische Mittel. Reiben Sie sich mit einem Öl ein, dem Zedernholz, Zitrusfrüchte oder Eukalyptus beigegeben wurde, denn diese mögen Mücken nicht. Außerdem riechen sie so stark, dass sie den menschlichen Eigengeruch überdecken. Vermeiden Sie hingegen Parfüme mit Blumenduft, sie ziehen nämlich die Insekten erst so richtig an. 
Achten Sie auch auf die Pflanzen in Ihrer Umgebung. Wenn Sie einen Balkon oder Garten haben, dann pflanzen Sie dort, wo Sie sitzen, Farne, Geranien oder Zitronenmelisse an. Den Farn können Sie sich übrigens auch ins Zimmer holen, und zwar als eine Art Kräuterkissen. Geben Sie getrocknete Farnblätter in ein Kissen und legen Sie es neben Ihren Kopf. Aber Vorsicht: Essen Sie den Farn nicht und reiben Sie ihn am besten auch nicht auf die Haut, dort kann er giftig sein.

Hilfe bei Stichen

Was können Sie tun, wenn eine Mücke Sie trotzdem gestochen hat? Der legendäre schweizerische Pflanzentherapeut Prof. Alfred Vogel hat Tipps. Er empfiehlt, in der Natur nach Spitzwegerichblättern oder Efeublättern zu suchen. Zerquetschen Sie die Blätter und reiben die Stichstelle damit ein. Noch besser ist die Behandlung mit einer Efeutinktur: Holen Sie Efeublätter und Efeurinde, zerhacken Sie diese und setzen Sie den so gewonnenen Efeubrei mit Alkohol an. Wenn er genügend ausgelaugt ist, seihen Sie die Tinktur ab und filtrieren sie, zum Beispiel mit einem Kaffeefilter oder einem Geschirrtuch. Von dieser Tinktur tropfen Sie ein wenig auf die Stichstelle und reiben sie damit leicht ein. Vorteilhaft sind auch Umschläge mit Salzwasser, denen Sie einige Tropfen Efeutinktur beigegeben haben. Dies verhindert, dass die Stichstelle sich ausbreitet und anschwillt. 
Bei Bienen- oder Wespenstichen müssen Sie jedoch zunächst den Stachel entfernen und das Gift aussaugen. Manche Menschen reagieren mit einer allergischen Reaktion, die zum Kreislaufkollaps führen kann. Hier müssen Sie sofort den Notarzt rufen. Gefahr besteht auch beim Stich in den Mund- und Rachenraum. Dabei können die Atemwege anschwellen, was das Einatmen behindern und zu Luftnot und Sauerstoffmangel und damit zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann. Kühlen Sie schnellstmöglich von außen, lassen Sie die betroffene Person, wenn möglich, einen Eiswürfel lutschen und rufen Sie den Notarzt.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de
Redaktion: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

Weiterführende Links

Circa 5-minütiges Video „Allergische Reaktion auf Wespenstiche – was tun? “ auf der Homepage des Norddeutschen Rundfunks. Zur Homepage

Artikel der Ärzte Zeitung: „Insektenstiche – so juckt’s weniger“. Zur Homepage

10-seitiger Artikel auf der Homepage der Stadt Oberhausen zu in unseren Breiten vertretenen Mückenarten und Schutzmaßnahmen. Mit weiterführenden Links. Zum Download