Älter werden - und zwar mit einer positiven Grundhaltung!

Älter werden - und zwar mit einer positiven Grundhaltung!

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Ältere Mitbürger zeigen ein durchweg positives Lebensgefühl mit einer hohen Lebenszufriedenheit. Die 65- bis 85-jährigen Probanden einer aktuellen, bevölkerungsbasierten Studie über die Befindlichkeit und die Lebensumstände der Älteren in Deutschland stuften ihre Lebenszufriedenheit auf einer Skala zwischen null „überhaupt nicht zufrieden“ und zehn „völlig zufrieden“ mit durchschnittlich 7,2 ein (Generali Altersstudie 2017). Worauf ist dieses positive Gesamtbild zurückzuführen, das erstaunlich ist vor dem Hintergrund des negativen Bildes des Alterns in unserer Gesellschaft, der Anfälligkeit für Krankheiten sowie körperlicher und geistiger Funktionseinbußen im Alter?

Die Älteren von heute sind jünger

Einstellungen, Aktivitätsspektrum, körperliche und geistige Verfassung der heute 65- bis 85-jährigen unterscheiden sich merklich positiver von der Verfassung der Älteren vor 20 bis 30 Jahren. Und dieser Trend setzt sich fort. Entsprechend sind Ältere heute deutlich aktiver als früher, was Alltagsaktivitäten und Freizeit betrifft.

Die Älteren heute sind aktiver

Ältere Menschen sind heute nicht nur aktiver, sondern nehmen auch mehr am gesellschaftlichen Leben teil. Gingen etwa im Jahr 1990 von den Menschen ab 80 Lebensjahren 50 Prozent wenigstens gelegentlich zum Essen aus, so sind es heute 79 Prozent (Generali Altersstudie 2017). Auch hohes bürgerliches beziehungsweise ehrenamtliches Engagement verhilft zur aktiven Teilhabe an der Gesellschaft, auch außerhalb der eigenen Familie. Es unterstützt das für die Lebenszufriedenheit wichtige Gefühl, nützlich zu sein und gebraucht zu werden. Sage und schreibe 42 Prozent der Älteren engagieren sich derzeit ehrenamtlich! Bezüglich der aktiven Teilnahme am Sport hat sich eine deutliche Änderung vollzogen: Gaben 1968 nur fünf Prozent der Älteren an, Sport zu treiben, so stieg der Anteil knapp 20 Jahre später auf 16 Prozent und im Jahr 2015 sogar auf 44 Prozent an.

Die Älteren heute sind gesünder

Der Gesundheitszustand der 65- bis 85-Jährigen ist heute deutlich besser als vor 20 Jahren. Entsprechend ihrer altersbezogenen höheren Anfälligkeit für Erkrankungen setzen sich Ältere auch deutlich mehr mit Gesundheitsthemen auseinander als Jüngere.

Lebenszufriedenheit und positive Haltung gegenüber dem Älterwerden

Neben diesen sehr ermutigenden Ergebnissen der Generali Altersstudie aus 2017 gibt es eine ganze Reihe von Gründen, eine positive Haltung gegenüber dem eigenen Älterwerden einzunehmen oder zu bewahren. Aus der empirischen Psychologie wissen wir: Optimisten leben besser und länger! Auch handelt es sich mittlerweile um eine gesicherte Erkenntnis, dass subjektives Wohlbefinden einen eigenständigen positiven Einfluss auf Gesundheit und Sterblichkeit besitzt. Eine Studie mit Ordensschwestern zeigte diesen Zusammenhang beeindruckend: Von den Schwestern, die zum Zeitpunkt ihres Eintrittes in den Orden in ihrer schriftlich verfassten Lebensgeschichte besonders positive Lebensgefühle, Wohlbefinden und Optimismus ausdrückten, erreichten 90 Prozent ein Alter von mindestens 85 Jahren, von den eher negativ eingestellten Nonnen wurden nur 34 Prozent 85 Jahre oder älter.

Gesundheit und Wohlbefinden im Alter

Gerade im Alter scheint der Gesundheitszustand die Lebenszufriedenheit entscheidend zu bestimmen. Keine Subgruppe schneidet in punkto Lebenszufriedenheit so schlecht ab wie die Älteren mit schlechtem Gesundheitszustand (laut Generali Altersstudie 2017). Daher sind solche Strategien, die die Anfälligkeit für körperliche oder psychische Erkrankungen im Alter reduzieren und die allgemeine Widerstandsfähigkeit erhöhen, für die Erhaltung der Lebenszufriedenheit im Alter von besonderer Bedeutung.

Entwickeln Sie Strategien:
1. Körperliche und geistige Aktivität

Hierzu zählen vor allem körperliche und geistige Aktivität! Auch eine frühzeitige Untersuchung der sogenannten Gefäßrisikofaktoren ist ratsam, damit sie gegebenenfalls frühzeitig behandelt werden können: Dazu zählen hoher Blutdruck, Zuckererkrankung und Fettstoffwechselstörungen. Sollten Sie Beschwerden hinsichtlich Ihrer körperlichen oder geistigen Verfassung haben, lassen Sie sich beizeiten von einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen! Denn nur so können behandelbare Erkrankungen zeitig therapiert sowie chronischen Erkrankungen entgegengewirkt werden.

2. Geselligkeit und Teilhabe

Auch die Geselligkeit, die regelmäßige und möglichst aktive Teilhabe am öffentlichen Leben sowie bürgerliches Engagement stellen wichtige Elemente der Erhaltung von Gesundheit und Lebenszufriedenheit dar. So rosten unsere Fähigkeiten nicht ein. Denn im Alter gilt wie in keinem anderen Lebensabschnitt: use it or lose it! Auf diese Weise können wir unser Leben als sinnvoll erleben und der Problematik der Einsamkeit im Alter effektiv entgegenwirken.

3. Naturgegebene Unterstützung annehmen

Nicht zuletzt hilft uns die Natur des Älterwerdens selbst dabei, eine gute Lebenszufriedenheit im Alter zu erreichen. Viele psychologische Untersuchungen zeigen, dass die mit dem Älterwerden einhergehende vergleichsweise kurze Lebensspanne auch den Blick für das schärft, was wirklich zählt. So werden positive Gefühle eher verstärkt und negative Empfindungen eher unterdrückt. Veränderungen, die eher negativ sind, werden besser integriert als in jungen Jahren.

Wenn Sie versuchen, diese Strategien zu verfolgen, können Sie neue Chancen des Alterns eher wahrnehmen und ergreifen. Stimmung und Wohlbefinden müssen nicht von möglicherweise zunehmenden Beschwerden und Mühen dominiert werden. 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Univ.-Prof. Dr. Andreas Fellgiebel, Redaktion: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

Weiterführende Links

Hinweise zur erwähnten Altersstudie 2017 im Auftrag des Generali Versicherungskonzerns auf der Webseite des durchführenden Instituts für Demoskopie Allensbach IfD. Zur Website

Homepage der LZG mit den Themen gutes Leben im Alter, bürgerschaftliches Engagement rund um die Pflegebedürftigkeit sowie Demenz. Zur Website

Homepage des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie in Rheinland-Pfalz zur Kampagne „Zusammenland Rheinland-Pfalz“, unter anderem mit Ergebnissen einer Studie zum demografischen Wandel in RLP. Zur Website

Homepage der LZG zum Thema Leben und Wohnen mit der Vorstellung der Landesberatungsstelle Neues Wohnen RLP und des Projekts „WohnPunkt RLP“. Zur Website

43-seitige Broschüre der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) von 2013 mit vielen Tipps rund ums Älterwerden. Zum Download