Osteoporose - Gesundheit stärken im Klimakterium

Osteoporose, das ist der Knochenschwund. Man spricht davon, wenn im Körper ein Abbau des Knochengewebes stattfindet, der über das normale Maß des Alterungsprozesses hinausgeht. Dabei gehen vor allem die inneren Strukturen des Knochens verloren. Dadurch werden die Knochen zunehmend brüchig. Stellen Sie sich doch zur Veranschaulichung einmal ein Ikea-Bücherregal vor, beispielsweise das Billy.

Wenn Sie davon die hinteren Diagonalverstrebungen lösen, wird das Regal in sich instabil. Wenn man es jetzt anstößt, kann es sein, dass es umfällt und kaputtgeht. So ähnlich ist es bei Osteoporose-Patienten: Sie laufen Gefahr, sich bei jedem kleinen Sturz sofort einen Knochen zu brechen. Schmerzhaft wird es auch, wenn ein Wirbelkörper unter der Last des Körpergewichts einbricht.

Frauen sind leider häufiger von Osteoporose betroffen als Männer. Der Eintritt der Wechseljahre spielt eine wichtige Rolle, da hier die Produktion des weiblichen Hormons Östrogen nachlässt bzw. eingestellt wird. Aber trotzdem haben Sie Ihre Knochengesundheit zu einem großen Teil selbst in der Hand. Denn vor allem die richtige Ernährung, ausreichend Bewegung und Einnehmen von sogenannten Pflanzenhormonen fördern Ihre Gesundheit auch in und nach den Wechseljahren. Was ist damit im Einzelnen gemeint?

Die richtige Ernährung

Unsere Knochen benötigen Kalzium. Deswegen ist die Basistherapie bei Osteoporose immer die Gewährleistung einer ausreichenden Versorgung mit Kalzium (1.000 − 1.500 mg) und Vitamin D3 (800 − 2.000 IE).Als Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie Kalzium und Vitamin D3 nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.

Natürliches Kalzium befindet sich vor allem in Milch- und Milchprodukten, beispielsweise in Hartkäse. Wer keine Milch mag oder sie nicht verträgt, kann gut ausweichen auf Mineralwasser, welches viel Kalzium enthält. Auch Fenchel, Broccoli und Grünkohl sowie Brombeeren und Johannesbeeren sind reich an Kalzium. Dabei sollten Sie die kalziumhaltigen Mahlzeiten in kleinen Dosen, über den Tag hinweg, zu sich nehmen. So kann es Ihr Körper auch optimal auswerten. Abends sollten Sie Chips und Erdnüsse lieber durch einen fettarmen Quark oder Jogurt ersetzen, so beugen Sie dem nächtlichen Knochenabbau noch einmal zusätzlich vor.

Auch der Säure-Basen-Haushalt im Körper spielt eine Rolle: Hier ist es wichtig, dass Sie sich basenreich ernähren, also viel Gemüse und vor allem Kartoffeln essen, und dass Sie Süßigkeiten und tierisches Eiweiß vermeiden. Denn wenn Sie das nicht machen, wird das Kalzium zur Abpufferung der Säuren verwendet und sogar bei Bedarf aus den Knochen „herausgelöst“.

Einschränken von Genussgiften

  • Kaffeekonsum erhöht die Kalziumausscheidung durch die Niere, halten Sie ihn also am Besten in Grenzen.
  • Vermeiden Sie Colagetränke. Denn darin sind Phosphat oder Phosphorsäure als Säuerungsmittel enthalten. Dies sind gefährliche Kalziumräuber.
  • Ähnliches gilt für oxalhaltige Nahrungsmittel, wie etwa Spinat (auch Mangold) und Rhabarber: Sie nehmen ebenfalls einen ungünstigen Einfluss auf die Kalziumversorgung des Organismus.
  • Auch das Rauchen wird mit Osteoporose in Verbindung gebracht!

Ausreichend Bewegung

Denken Sie daran, sich regelmäßig draußen an der frischen Luft zu bewegen. Von der Sonne stimuliert, bildet Ihr Körper Vitamin D, welches dazu beträgt, dass das wichtige Kalzium in die Knochen eingelagert wird. 

Ansonsten ist für Sie zusätzlich zum Ausdauersport auch der Kraftsport wichtig. Die knochenaufbauenden Zellen werden nämlich nur dann angespornt, wenn sie sich im steten Wechsel zwischen Belastung und Entlastung befinden. Suchen Sie sich ein Fitnessstudio in Ihrer Nähe, bei dem Sie gut durch Fitnesstrainer eingewiesen werden. Für zuhause können Sie isometrische Übungen machen, hier werden die Muskeln ohne Bewegung in Anspannung versetzt. Das ist vor allem gut, um Ihre Rückenmuskulatur zu kräftigen, und Sie stärken damit Ihre Knochen.

Pflanzenhormone

Östrogene blockieren die Aktivität der Osteoklasten, der knochenabbauenden Zellen. Allerdings ist die Hormontherapie in Kritik geraten, vor allem weil es die Herz-Kreislauf-Gefahren und das Brustkrebsrisiko verstärkt.

Es gibt aber natürliche Alternativen, welche dem Körper nicht schaden. Hierzu gehören die isoflavonreichen Sojaprodukte, die es in Apotheke und Reformhaus auch in Kapselform gibt.

Sojaisoflavone ähneln in einer Hinsicht den menschlichen Östrogenen. Sie können die Betarezeptoren der Östrogene blockieren. Damit wirken die Sojaisoflavone an manchen Stellen im Körper so, als seien sie echte Hormone. Dies kommt beispielsweise der Knochendichte und dem Mineralstoffgehalt der Knochen zugute. An anderen Stellen hingegen zeigen Sojaisoflavone keinerlei Wirkung. Dies ist zum Beispiel im Brustgewebe der Fall. Deshalb wird durch Isoflavone auch das Brustkrebsrisiko nicht verstärkt. Mindestens 80 Milligramm Sojaisoflavone pro Tag sind notwendig, damit sie gegen Osteoporose wirken.

Hilfe durch den Arzt

Neben einer speziellen Ernährung und Gymnastik helfen gut die so genannten Bisphosphonate. Das sind Medikamente, die chemisch den Stoffen ähneln, die die innere Knochenstruktur bilden. Sie stärken somit den porösen Knochen. Hier ist zu beachten, dass die Bisphosphonate nicht gleichzeitig mit dem Kalzium eingenommen werden, da sich sonst die Wirkung gegenseitig aufhebt. Fragen Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen vielleicht eine Kombinationspackung verschreibt: Darin enthalten sind eine Wochentablette Bisphosphonat und sechs Calciumtabletten für die übrigen Tage.

Wer die Bisphosphonate nicht verträgt, bekommt evtl. Calcitonin verschrieben, das schon vier Jahrzehnte auf dem Markt ist. Es handelt sich dabei um ein Hormon, das auch im Knochenstoffwechsel vorkommt und den Abbau hemmt.

Weiterhin kann es sinnvoll sein, ein Antiöstrogen (Wirkstoff Raloxifen) einzunehmen, um die Knochendichte zu erhöhen. 

Ein neues Hormonpräparat, auf dem vor allem in sehr schweren Fällen große Hoffnungen liegen, ist das Parathormon. Es wird in hoher Dosierung einmal täglich unter die Haut gespritzt. Dies ist derzeit nur für Frauen zugelassen. Auch sind mögliche Langzeitwirkungen noch nicht geklärt.

Ist es bereits zu einem oder mehreren Wirbelkörpereinbrüchen gekommen, was sehr schmerzhaft ist, gibt es auch Hilfe mit der so genannten Ballon-Kyphoplastie. Hier wird der gebrochene Wirbelkörper mit einem aufblasbaren Ballonsystem wieder aufgerichtet, der geschaffene Hohlraum wird mit Zement aufgefüllt und somit von innen her stabilisiert. Betroffene Patienten können sich in der Regel sofort wieder schmerzfrei bewegen.

 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Marielle Becker 

16. bis 31. Mai 2005 Aktualisiert am 23.3.2011