Notfall - Erste Hilfe in Haushalt und Verkehr

Stürze, Verkehrsunfälle, Vergiftungen oder Kreislaufkollaps, ist die Gesundheit eines Menschen akut gefährdet, ist schnell Erste Hilfe nötig. Und so schlimm diese Vorstellung auch ist, jeder kann einmal selbst betroffen sein oder auch in die Situation kommen, dass ein Mensch auf seine Erste Hilfe angewiesen ist. Daher ist es wichtig, sich die wesentlichen Regeln für den Notfall regelmäßig zu vergegenwärtigen, um im Ernstfall schnell und richtig reagieren zu können.

Die erste Regel lautet: „Ruhe bewahren“. Atmen Sie tief durch und  versuchen Sie durch Ruhe, sicheres Auftreten und umsichtiges Handeln sowie ermutigenden bzw. tröstenden Zuspruch beruhigend auf den Betroffenen einzuwirken.

An einer Unfallstelle im Straßenverkehr oder auf der Skipiste ist es wichtig, die Unfallstelle abzusichern und falls nötig den Betroffenen aus der Gefahrenzone zu retten. Achten Sie dabei auch darauf Ihre eigene Sicherheit nicht zu gefährden.

Ist der Betroffene ansprechbar, so können Sie durch gezieltes Befragen nach Beschwerden, Schmerzen, Unfallhergang usw. wichtige Informationen für die notwendige Hilfeleistungen erhalten. Rufen Sie Hilfe über die Notrufnummer 112. Achten Sie dabei auf die wichtigen Fragen „Wo geschah es?“, „Was geschah?“, „Wie viele Verletzte/Erkrankte sind es“, „Welche Art von Verletzung/Erkrankung haben sie?“ und warten Sie auf Rückfragen. Sind weitere Personen in der Umgebung, dann weisen Sie jemanden direkt an, den Notruf abzusetzen, während Sie sich um den Verletzten kümmern.

Ist der Betroffene nicht ansprechbar, prüfen Sie ob er atmet. Zur Atemkontrolle muss zunächst der Hals des Verletzten überstreckt sowie der Mund leicht geöffnet werden. In dieser Position wird die Atemkontrolle durch Sehen, Hören und Fühlen durchgeführt  Atmet der Betroffene normal, dann bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. Wenn der Betroffene nicht normal atmet, müssen Sie denNotruf veranlassen bzw. selbst durchführen sowie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Das heißt, im Wechsel immer 30 Herzdruckmassagen mit zwei Atemspenden. Die Arme des Helfers sind bei den Herzdruckmassagen gestreckt und der Brustkorb wird senkrecht von oben durch Gewichtsverlagerung des eigenen Oberkörpers 30 mal ca. 4-5 cm tief eingedrückt (Arbeitsfrequenz 100 Kompressionen pro Minute).  Anschließend folgen zwei Atemspenden.

Wenn ein Betroffener  einen Schock erlitten hat, erkennbar am Frieren sowie an einer kalten, blassen und feuchten Haut, legen Sie ihm eine Decke unter und decken ihn auch zu. Lagern Sie dabei auch sein Beine etwas erhöht.

Bei Knochenbrüchen halten Betroffene Arme oder Beine oft in unnatürlicher Lage und wollen sich nicht bewegen. Die möglichen Bruchstellen sollten nicht bewegt werden, Sie können sie aber kühlen. Sollte ein offener Bruch vorliegen, decken Sie die Wunde mit keimfreien Materialien aus Ihrem Verbandkasten, z. B. einem Verbundtuch, locker ab.

Wenn ein Mensch plötzlich starke Schmerzen hinter dem Brustbein verspürt, die womöglich noch in den linken Arm, die Schulter oder in den Bauch ausstrahlen, könnte ein Herzinfarkt die Ursache sein. Die Betroffenen haben Angst. Das Gesicht ist blass-grau, manchmal auch nass vor Schweiß. Sie fühlen sich außerdem schwach und klagen über Übelkeit, gelegentlich mit Erbrechen. Diese Symptome können schwach oder nur teilweise auftreten. Beim Verdacht auf einen Infarkt wählen Sie sofort – wie in allen geschilderten Fällen – die Notrufnummer 112. Dann lagern Sie den Betroffenen schonend mit erhöhtem Oberkörper. Öffnen Sie enge Kleidung.

Bei einem Schlaganfall sind die Erkennungszeichen anders. Es kann zu Lähmungen oder Gefühlsstörungen auf einer ganzen Körperseite kommen. Typische Alarmzeichen sind auch das Herabhängen eines Mundwinkels, Sprachprobleme, Sehstörungen, Verwirrtheit oder auch Schwindel mit Gangunsicherheit und Übelkeit. Schlimmstenfalls wird der Betroffene bewusstlos, mit Atem- und Kreislaufstörungen. Auch hier können die Anzeichen unterschiedlich sein. Rufen Sie schnellstmöglich den Notruf an und schildern Sie die Symptome. Wenn nötig, beginnen Sie mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

Zu den häufigsten Haushaltsunfällen zählen Verbrennungen beim Kochen oder am Backofen. Tauchen Sie die verbrannte Stelle sofort in kühles, aber nicht kaltes Wasser, so lange bis der Schmerz nachlässt, mindestens 15 Minuten. Auf die Wunde dürfen Sie weder Öl noch Mehl oder andere „Hausmittel“ auftragen. Bei kleinen Verbrennungen können Sie eine spezielle Brandsalbe auftragen und die Wunde dann mit einem sterilen Verbandtuch versorgen. Bei größeren Wunden müssen Sie sofort als Notfall zum Arzt gehen, oder sogar einen Notarzt kommen lassen.

Eine weitere typische Notfallsituation ist die Vergiftung, etwa wenn Kinder an Putzmittelflaschen gelangen und den Inhalt trinken. Plötzliche Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sind mögliche Anzeichen für eine Vergiftung, ebenso plötzliche Schmerzen in Bauch und Kopf. Bewusstseinstrübung und Atemstörungen können hinzukommen. Bei einer Vergiftung sollten Sie auf keinen Fall ein Erbrechen provozieren! Verliert der Betroffene das Bewusstsein, atmet aber weiterhin normal, dann bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. Rufen Sie den Notruf 112. Stellen Sie Giftreste und Erbrochenes sicher, damit die Analyse im Krankenhaus erleichtert wird.

Weitere Informationen zur Ersten Hilfe finden Sie im Internet unter anderem auf der Seite des Deutschen Roten Kreuzes unter www.drk.de.

Sie finden diesen und weitere Ansagetexte auch auf der Homepage der LZG unter www.gesundheitstelefon-rlp.de. Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131 / 20 69 0.

In unserem nächsten Gesundheitstelefon ab dem 16. März 2009 geht es um das Thema: „Vom gesunden Schlaf und wie man ihn findet“. Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!

 

01.03. - 15.03.09

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl