Mücke, Zecke und Co - was schützt?

Überall wo es warm ist, summen und schwirren Bienen, Wespen, Mücken oder Bremsen durch die Luft. Ungebeten lassen sich diese stechenden Gäste sehr gerne auf der Kaffeetafel oder im Schlafzimmer nieder. Und ehe man es sich versieht, haben sie ein Andenken verpasst. Zum Glück sind bei uns Insektenstiche meist harmlos. Allerdings gelangt mit dem Stich auch Insektengift in den Körper. Der Stich schwillt an und beginnt zu jucken und zu schmerzen.

 Untersuchen Sie zuerst die Einstichstelle. Befindet sich ein Stachel darin, entfernen Sie diesen vorsichtig, am besten mit einer Pinzette. Jetzt kommt es darauf an, dem Giftschmerz und dem Juckreiz zuvorzukommen. Schnelle Linderung erreichen Sie durch Kühlung. Stecken Sie Eiswürfel in einen Waschlappen und legen Sie ihn auf den Stich. Dies wirkt auch abschwellend. Tragen Sie ein kühlendes Antihistaminikum aus der Apotheke auf die Schwellung, dies lindert die Entzündung.

Vorsicht, wenn Sie allergisch sind, zum Beispiel gegen Bienen- oder Wespenstiche. Dies zeigt sich, wenn es nach dem Stich zu Atemnot oder zu einem Kreislaufschock kommt. Rufen Sie den Notarzt!

Vorsicht auch bei Stichen im Mund- und Rachenraum. Sie können die Atemwege zuschwellen lassen und zu lebensgefährlicher Atemnot führen. Lutschen Sie einen Eiswürfel und rufen den Notarzt. Bei bekannter Bienen-  oder Wespenstichallergie sollten Sie immer ein Notfallset mit sich führen. Ihr Arzt kann Sie dazu entsprechend beraten.

Einige Vorsichtsmaßnahmen helfen, Insektenstiche zu vermeiden: Benutzen Sie keine Parfums mit Blumenduft, sonst locken Sie die Insekten geradezu an. Besser Sie verströmen einen Duft, den die Insekten als abstoßend empfinden. Solche Insekten-Abwehrmittel gibt es als Lotion oder Spray. Sie enthalten allerdings auch viel Chemie. Wer das nicht möchte, kann sich die Insekten mit Zedernöl vom Leib halten. Das hilft ebenfalls und riecht sogar ganz angenehm.

In besonders insektenreichen Gebieten, wie am Ufer von See, Teich, Fluss, sowie auf feuchten Wiesen sollten Sie Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen tragen. Das gilt vor allem für abends und nachts, wenn die Mücken aktiv werden.

Auch die Wohnung können Sie mückensicher machen. Am besten geeignet sind Mückennetze, die an den Fenstern angebracht werden. So kommen trotz geöffneter  Fenster keine Insekten herein. Ohne Mückenschutz sollten Sie die Fenster zumindest am Abend geschlossen halten, wenn das Licht brennt. Stellen Sie Schälchen oder Wattebäusche mit ätherischen Ölen (zum Beispiel Pfefferminze, Zitrone/Zitronenmelisse, Lavendel, Thymian, Nelke) auf die Fensterbank, diese Düfte sind für Mücken unangenehm.

Gefährlicher als die stechenden Insekten können in unseren Breiten die Zecken sein. Die kleinen Spinnentiere warten auf Grashalmen, Büschen oder im Wald darauf, dass wir dort entlang streifen und sie mit uns mit nehmen. Dann suchen sie eine geschützte Stelle am Körper, stechen und verankern sich an der Haut, wo sie bis zu fünf Tage bleiben können und sich mit Blut vollsaugen. Wären Zecken nicht oft ihrerseits von Bakterien wie den Borrelien oder von FSME-Viren befallen, wäre ihre Blutmahlzeit für den Menschen unschädlich. So aber birgt der Zeckenbiss die Gefahr, dass ihm eine Borreliose oder eine Hirn- und Hirnhautentzündung folgt. Wichtig ist daher, dass Sie sich nach jedem Aufenthalt im Gras, im Gebüsch oder im Wald nach Zecken absuchen. Auch im heimischen Garten, beim Grillfest oder im Freibad können Sie sich die winzigen Krabbler einfangen. Wenn Sie eine Zecke finden, dann entfernen Sie sie sofort - nach Möglichkeit mit einer Zeckenkarte oder einer Pinzette. Achten Sie darauf, die Zecke nicht zu zerquetschen und lassen Sie die Finger von Öl oder Klebstoff, damit gerät die Zecke in Panik und befördert ihren kompletten Mageninhalt, in dem sich Erreger befinden können, durch den Stechrüssel in die Blutbahn. Um erst gar keine Zecken einzuladen, sollten Sie in Wald und Feld geschlossene Kleidung und eine Kopfbedeckung tragen.

Gegen FSME können Sie sich vorsorglich impfen lassen, wenn Sie in FSME-Risikogebieten wohnen oder Urlaub machen. In Rheinland-Pfalz gehört derzeit nur der Landkreis Birkenfeld zu den Risikogebieten.

Gegen die Borreliose gibt es allerdings keinen Impfschutz. Beobachten Sie daher die Bissstelle und achten Sie auf die typischen Anzeichen der Krankheit: Nach etwa sieben Tagen bildet sich oft die charakteristische Wanderröte (Erythema migrans), die um den Stich herum beginnt und sich dann ausbreitet. Bei diesen Anzeichen sollten Sie Ihren Hausarzt oder einen Dermatologen aufsuchen. Nach etwa sechs Wochen kann der Arzt im Blut Antikörper gegen Borrelien nachweisen. Mit einer richtigen Antibiotikatherapie kann er die Borrelien in Ihrem Körper jedoch besiegen. Zum Thema Zecken informiert auch ein Faltblatt, das bei der LZG erhältlich ist.

Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131 / 20 69 0. 

 

16. bis 31. August 2009