Niesen, Schnäuzen, Husten und Händewaschen – Wie mache ich es richtig?

1. bis 15. Oktober 2015

Der Herbst ist da und mit ihm halten auch wieder viele Erkältungen Einzug. Und dann hustet und schnupft es wieder überall. Das ist nicht nur lästig für die Betroffenen, sondern darüber hinaus auch noch ansteckend. Beim Niesen verteilen sich die kleinen Sekrettröpfchen explosionsartig. Die darin enthaltenen Bakterien und Viren fliegen mit rund 120 Stundenkilometern durch die Luft

und lassen sich großzügig auf Oberflächen und Mitmenschen nieder. Und damit kommen wir zu unserer ersten Frage: Wie schnäuzen und husten wir eigentlich richtig?

Generell gilt die oberste Regel: Achten Sie darauf, andere Menschen nicht aus Versehen anzustecken. Halten Sie sich deshalb beim Niesen und auch beim Husten immer ein Taschentuch vor die Nase beziehungsweise den Mund. Haben Sie keines griffbereit, niesen und husten Sie in Ihre Armbeuge – und nicht in die Hände! Denn mit den Händen geben Sie Ihre Erkältungserreger weiter, indem Sie zum Beispiel Türgriffe anfassen oder anderen Menschen die Hand zur Begrüßung reichen.

Zum Naseputzen nehmen Sie am besten ein Papiertaschentuch, das Sie nach dem Gebrauch direkt wegwerfen. So verhindern Sie, dass Sie sich selbst wieder anstecken. Schnäuzen Sie sich leise und drehen Sie sich dabei leicht von Ihren Mitmenschen weg. Nicht nur wegen der Etikette, sondern auch zum Erhalt Ihrer Gesundheit ist es zudem angebracht, nicht lauthals in das Taschentuch zu trompeten: Denn dabei wird das Sekret nicht nur nach außen in das Taschentuch befördert, sondern auch nach oben in die Stirnhöhlen und Nasennebenhöhlen. Dort können sich die Krankheitserreger gut einnisten und für Nasennebenhöhlen- oder Stirnhöhlenentzündung sorgen . Besser ist es also, Sie schnäuzen vorsichtig und leise in Ihr Taschentuch. Die richtige Technik geht so: Pusten Sie immer abwechselnd ein Nasenloch aus und halten Sie das andere dabei zu. Wenn es möglich ist, ist auch der Gebrauch einer Nasendusche empfehlenswert. Damit wird alles richtig sauber und mit einer kleinen Prise Salz im Wasser werden die Atemwege sogar desinfiziert.

Nun zum Husten. Natürlich gilt auch hier: Husten Sie nicht Ihre Mitmenschen an. Bei einem Hustenanfall verlassen Sie, sofern Sie in einem Gebäude sind und wenn es möglich ist, am besten den Raum. Trinken Sie ein Glas Wasser und zwingen Sie sich ruhig zu atmen.

Bei einer richtig heftigen Nies- und Hustenattacke muss oft noch ein ganz anderes Problem gemeistert werden, weil dabei leicht schon einmal ein paar Tropfen Urin abgehen können. Dies passiert umso eher, wenn Sie sowieso schon unter einer Blasenschwäche leiden. Hilfreich ist es, beim Husten und Niesen den Beckenboden anzuspannen, um den Druck auf den Beckenboden zu verringern. Richten Sie sich auf, wenn die Attacke kommt und drehen Sie Ihren Oberkörper etwas zur Seite. Dies gleicht die Druckwelle aus und Sie spannen zudem automatisch den Beckenboden an.

Kommen wir zum Händewaschen. Dies ist eine einfache und wirkungsvolle Methode, um Krankheiten vorzubeugen. Besonders wichtig dabei ist das „Wie?“. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) wäscht sich jeder Dritte in Deutschland die Hände falsch. Deshalb hier die Anleitung zum richtigen Händewaschen: Krempeln Sie die Ärmel hoch und machen Sie die Hände richtig nass. Seifen Sie sie ordentlich ein, entweder mit einem Seifenstück oder einem Klecks aus dem Seifenspender. Schäumen Sie damit 20 bis 30 Sekunden die Hände gründlich ein, auch zwischen den Fingern und an den Fingerspitzen. Letzteres wird oft vergessen. Dann halten Sie die Hände von allen Seiten unter das Wasser und spülen den Seifenschaum gründlich ab. Auch das Abtrocknen gehört zu einer guten Händehygiene, denn in einer feuchten Umgebung können sich Mikroorganismen gut halten und sogar vermehren. Trocknen Sie Ihre Hände deshalb zügig nach dem Waschen ab, auch in den Fingerzwischenräumen. In öffentlichen Toiletten benutzen Sie am besten Einmalhandtücher. Zuhause sollten die Handtücher regelmäßig ausgetauscht und bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden.

Beim Heimkommen sollten Sie sich das Händewaschen zur Gewohnheit werden lassen, ebenso natürlich vor dem Essen und nach dem Toilettengang. Bei einer Erkältung ist es zudem obligatorisch, sich die Hände sofort zu waschen, auch weil es sein kann, dass Sie aus Versehen in sie hinein geniest oder gehustet haben.

Zum Abschluss noch ein Wort zum Händegeben. Ein Fauxpas wäre es natürlich, direkt nach einer Nies- oder Hustenattacke die Hand von Nase oder Mund zu nehmen und zur Begrüßung zu reichen. Ebenfalls unsensibel ist es, einen Mitmenschen ausgiebig mit einem Händedruck zu begrüßen und anschließend sorgenvoll zu erwähnen, dass Sie hoffen, ihn nicht angesteckt zu haben. Besser ist es, Sie grüßen nur verbal und weisen höflich darauf hin, dass Sie niemanden anstecken wollen.

 

 © Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de

Redaktion: Marielle Becker

 

Weiterführende Links zum Thema:

Tipps der BZgA zur Händehygiene

BZgA: FAQ rund um das Händewaschen

Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. mit Informationen u.a. zur Belastungsinkontinenz

Inkontinenz Selbsthilfe e.V. mit Informationen zum Thema Belastungsinkontinenz und der Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch 

Selbsthilfekontaktstelle KISS Mainz – befasst sich auch mit dem Thema Inkontinenz

Selbsthilfekontaktstelle KISS Pfalz – befasst sich auch mit dem Thema Inkontinenz

Selbsthilfekontaktstelle Sekis Trier – befasst sich auch mit dem Thema Inkontinenz