Energy-Drinks

Sie schmecken süß, gelten als Fitmacher und sind vor allem bei Jugendlichen beliebt. Doch was sind Energy-Drinks überhaupt? In der Regel gehören diese Getränke zu der Gruppe der Limonaden: sie sind alkoholfrei und süß, meistens mit Kohlensäure versetzt, beinhalten Fruchtauszüge und basieren auf Wasser – allerdings: sie haben einen hohen Koffeingehalt und andere Inhaltsstoffe wie etwa Taurin, bei denen negative Wechselwirkungen nicht sicher ausgeschlossen werden können.

 Energy-Drinks werden in Discos und bei Großveranstaltungen getrunken – oft gemischt mit etwas Hochprozentigem als so genannte Discoschorle. Auch zum Lernen und vor Prüfungen und Klausuren werden sie konsumiert, denn sie verhelfen angeblich zu Ausdauer, Konzentration und Leistungssteigerung. Aber sie sind gar nicht harmlos. Erst kürzlich, im Herbst 2012, wurde der Tod von fünf Jugendlichen in den USA mit dem Konsum von Energy-Drinks in Verbindung gebracht und wird nun von der amerikanischen Lebensmittelaufsicht untersucht. Auch hierzulande sind Fälle unerwünschter Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System nach dem übermäßigen Konsum bekannt und die Verbraucherzentralen warnen seit Jahren: Energy-Drinks können zu einer Koffein-Vergiftung führen und eine Gefahr für Herz und Kreislauf darstellen. Der Bundesrat hatte im Mai 2012 einer Gesetzesinitiative zugestimmt, wonach künftig, voraussichtlich ab Mitte 2013, verbindliche Höchstmengen für einige Inhaltsstoffe der Energy-Drinks gelten, die mehr oder weniger aufputschend sind. Diese Höchstmengen gelten nicht nur für Dosen und Flaschen, in denen koffeinhaltige Erfrischungsgetränke verkauft werden, sondern auch für den Ausschank im Glas, etwa in der Disco.

Es gibt verschiedene Arten von Energy-Drinks auf dem Markt, die alle in etwa die gleichen Inhaltsstoffe haben – vor allem die anregenden Inhaltsstoffe Koffein, Taurin, Glucuronolacton und Inosit, wenngleich in manchmal unterschiedlichen Konzentrationen. Der Geschmack wird oft mit flüssigen Gummibärchen verglichen, denn hohe Zuckermengen und Fruchtsaftkonzentrate überdecken den bitteren Koffeingeschmack.

Üblicherweise werden die typischen Energy-Drinks in Dosen von 250 bis 500 ml verkauft. Doch seit 2009 gibt es daneben auch die so genannten Energy-Shots. Diese sind Energy-Drinks in wesentlich konzentrierterer Form, die in sehr kleinen Verpackungseinheiten verkauft werden. Einen Energy-Shot trinkt man sozusagen mit einem „Schluck“ – und konsumiert damit dieselbe Menge an anregenden Zusatzstoffen wie aus einer Dose Energy-Drink.

Energy-Shots gelten als Nahrungsergänzungsmittel und fallen damit nicht unter die neuen gesetzlichen Regelungen, die die Höchstdosierung an Koffein und Co. regeln. Lediglich eine Verzehrsempfehlung reicht aus, um sie legal verkaufen zu können und diese liegt derzeit bei „einer Portion am Tag“. Fraglich bleibt nur, ob Jugendliche, die ein paar Energy-Shots eingekauft haben, das Kleingedruckte lesen, bevor sie feiern gehen.

Ein Schluck eines normalen Energy-Drinks enthält etwa dreimal so viel Koffein wie Cola. Ein Schluck eines Energy-Shots aber enthält schon mindestens zwölfmal so viel Koffein wie ein Schluck Cola. Größere Mengen Koffein können Reizbarkeit, Nervosität, Angstzustände und Herzrhythmusstörungen hervorrufen. Zudem werden die hohen Mengen an Koffein zusammen mit anderen Inhaltsstoffen aufgenommen. Vor allem die Kombination mit Taurin wird kritisch betrachtet. Taurin wird aus Ochsengalle hergestellt und kommt in geringen Mengen auch im menschlichen Stoffwechsel vor. Ein einziger Energy-Shot des Marktführers enthält jedoch etwa die zehnfache Menge der körpereigenen Tagesproduktion. Die Verbraucherzentralen in Deutschland warnen zudem: Werden die Getränke zusammen mit Alkohol und bei körperlicher Anstrengung, wie etwa in der Disco, konsumiert, besteht die Gefahr, dass es vermehrt zu Nebenwirkungen wie Krampfanfällen und Herzrasen kommt. Auch zur Erfrischung nach dem Sport sind Energy-Drinks völlig ungeeignet und vor allem auch gefährlich.

Unsere Tipps: Sorgen Sie für ein Bewusstsein der Gefahren, die mit dem Konsum von Energy-Drinks und Energy-Shots einher gehen. Oftmals werden diese Getränke unüberlegt und aus gesellschaftlicher Motivation heraus getrunken. Und generell gilt: Signalisiert der Körper ein Leistungstief, braucht er keinen überdosierten künstlichen Leistungsschub, sondern schlicht eine Erholungspause, vielleicht ein kurzes Nickerchen. Eine Fruchtschorle mit Kohlensäure liefert durch natürlicherweise enthaltenen Zucker und Vitamine auch einen erfrischenden Kick. Und wer auf Koffein nicht verzichten möchte, sollte Kaffee oder Tee vorziehen.

 

16. - 31. Januar 2013

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl-Rüther