Die besten Tipps, um die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhalten

1. bis 15. April 2016

Geistig gesund und leistungsfähig zu bleiben, ist für uns von ganz besonderem Interesse. Denn schließlich ist das Gehirn der Sitz unserer Gedanken, Gefühle und des Bewusstseins. Damit es optimal funktioniert, sollten Sie folgende Tipps beherzigen:

1.      Das Gehirn trainieren

Das Gehirn ist wie ein Muskel, wird es nicht gefordert, baut es ab. Viele Menschen glauben, mit Gehirnjogging, Sudoku oder Kreuzworträtseln dem Gehirn etwas Gutes zu tun. Diese Übungen verbessern die Fähigkeiten allerdings nur in den trainierten Bereichen. Wer regelmäßig Denksportaufgaben löst, wird gut im Lösen von Denksportaufgaben, mehr aber auch nicht. Denn es gibt keine Transfer-Effekte auf das allgemeine Denkvermögen. Besser ist es, sich mit alltagsnäheren Aufgaben zu befassen. Lesen Sie regelmäßig Zeitung, Bücher und Artikel im Internet und setzen Sie sich mit neuen Themen intensiv auseinander. Denn damit werden viele Wissensfelder im gesamten Gehirn aktiviert. Beteiligen Sie sich an anregenden Diskussionen und lassen Sie sich einmal auf eine ungewohnte Sichtweise ein, anstatt auf dem eigenen Standpunkt zu beharren – das hält Sie geistig flexibel. Lernen Sie jeden Tag etwas auswendig: ein paar Gedicht- oder Liedzeilen oder neue Vokabeln –  das trainiert Ihre Merkfähigkeit. Schalten Sie häufiger einmal den Fernseher aus, denn ständiges Sich-berieseln-lassen lässt die Denkfähigkeit erlahmen.

2.      Soziale Kontakte pflegen
Seinen Freundeskreis pflegen, den Kontakt zu den Familienmitgliedern lebendig erhalten, gemeinsam mit anderen einen Theaterbesuch oder einen Wanderausflug machen – das alles ist nicht nur schön, sondern auch gesund. Denn wer eigenbrötlerisch und einsam ist, hat ein erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen und ein um 60 Prozent erhöhtes Demenzrisiko. Verbringen Sie daher wieder mehr Zeit mit lieben Mitmenschen.

3.      Sich regelmäßig bewegen
Regelmäßige Bewegung ist nicht nur gut für den gesamten Körper, sondern auch für das Gehirn und verbessert die Durchblutung. Außerdem fördert Sport die Bildung von Nervenwachstumsstoffen und das Gehirn wird damit leistungsfähiger. Welchen Sport Sie machen, ist egal, Hauptsache Sie bewegen sich mindestens dreimal pro Woche 15 Minuten lang. Um durchzuhalten, sollten Sie eine Bewegungsart wählen, die Ihnen Spaß macht. Sport hellt zudem die Stimmung auf, was ebenfalls hilfreich ist für die geistige Fitness.

4.      Regelmäßig trinken
Trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt immer wieder ein paar Schlucke Wasser, Tee oder Fruchtschorle. Etwa zwei Liter Flüssigkeit pro Tag dürfen es sein, an heißen Tagen auch mehr. Die Intelligenz lässt nämlich messbar nach, wenn man mehrere Stunden auf dem Trockenen sitzt. Trinken Sie auch vor wichtigen Besprechungen oder vor Prüfungen.

5.      Stress reduzieren
Zuviel Stress ist ungesund, das gilt auch für das Gehirn. Denn wird es dauernd mit Stresshormonen durchflutet, sorgt dies für eine Beeinträchtigung des Hippocampus, also der Gehirnregion, die für das Einspeichern neuer Informationen mit zuständig ist. Möglicherweise ein Grund, warum wir unter Stress vergesslich werden. Gönnen Sie sich regelmäßige Denkpausen, denn länger als 1,5 Stunden am Stück können wir ohnehin nicht konzentriert arbeiten. Spätestens wenn Sie das Gefühl der Erschöpfung in Ihrem Gehirn verspüren, ist eine solche Pause dringend notwendig. Alles, was Sie jetzt noch denken oder geistig vollbringen wollen, kostet Sie unverhältnismäßig viel Kraft und ist wenig effektiv.

6.      Ausreichend schlafen
Das Buch unter das Kopfkissen legen, funktioniert selbstverständlich nicht. Denken und Lernen sind anstrengende Prozesse, zu denen wir uns selbst aktivieren müssen. Aber damit das Gelernte im Kopf bleibt, dafür ist der Schlaf entscheidend. Spezialisierte Zellen rekapitulieren die Informationen des Tages und sorgen für die langfristige Einspeicherung, und das ohne weiteres Zutun.

 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de; 
Redaktion: Marielle Becker

Weiterführende Links zum Thema:

Über das Pro und Contra von Gehirnjogging.

Warum Stress Ihrem Gehirn schadet erfahren Sie hier.

Informationen zum „Denkvermögen im Alter“ erhalten Sie im LZG-Gesundheitstelefon von 2013

Die LZG-Elterninfo „Gehirn“ befasst sich mit den hirnanatomischen Voraussetzungen für frühkindliche Entwicklung und beschreibt, in welcher Reihenfolge sich die einzelnen Fähigkeiten beim Kleinkind entwickeln.