So schläft ihr Baby am sichersten

Die Sicherheit und Gesundheit ihres Babys zu schützen, dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht und an nichts mangelt, dies ist ein grundlegendes, ja elementares Bedürfnis von Eltern. Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gibt es jedes Jahr immer wieder gesunde Säuglinge, die plötzlich und unerwartet im Schlaf sterben. Plötzlicher Kindstod heißt dieses Phänomen und ist leider in Deutschland immer noch Ursache der meisten Todesfälle im ersten Lebensjahr.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Der Plötzliche Kindstod wird seltener. In den letzten zwölf Jahren gingen die Todesfälle um zwei Drittel zurück. Statt 15 im Jahr 1990 starben 2002 nur noch fünf von 10.000 Säuglingen. Forscher erkennen nämlich immer mehr Risikofaktoren und warnen davor. So schliefen die meisten plötzlich verstorbenen Babys in Bauchlage, häufig unter viel zu warmen Decken, die sie bis über den Kopf hochgezogen hatten. Auch das Raumklima war oft zu heiß oder zu feucht. Bei einer verrauchten Raumluft war die Sterblichkeit ebenfalls höher.

Warum das alles das Risiko für einen Plötzlichen Kindstod erhöht, kann noch nicht schlüssig erklärt werden. So sagen die Mediziner einerseits, dass durch die Bauchlage Blutgefäße abknicken, womit die Blutzufuhr des Gehirns unterbrochen wird. Sauerstoffmangel führe dann schlussendlich zum Atemstillstand. Andererseits haben Ärzte auch herausgefunden, dass bei den betroffenen Säuglingen die Notfallatmung nicht funktioniert hat. Es gibt nämlich bestimmte Nervenzellen im Gehirn, die bei akutem Sauerstoffmangel den Lungen befehlen, einige schnelle und tiefe Atemzüge zu machen. Haben Säuglinge diese Fähigkeit nicht, kann es sein, dass sie sterben, weil sie vielleicht die Nase in das Fell ihres Kuscheltiers vergraben haben.

Aber auch wenn Medizin und Wissenschaft über die eindeutigen Ursachen noch rätseln, so ist man sich doch einig, dass die folgenden Empfehlungen helfen, den Schlaf des Babys sicherer zu machen:

1. Die richtige Schlafposition ist die Rückenlage

Babys können sich ihre Haltung in den ersten fünf bis sechs Monaten nicht selbst aussuchen. In dieser Zeit können sie auch ihren Kopf noch nicht selbstständig heben und halten. Legen Sie Ihr Baby daher vom ersten Lebenstag an zum Schlafen auf den Rücken. Solange das Baby wach ist, kann und soll es aber auch auf dem Bauch liegen, um die Nacken- und Rückenmuskulatur zu kräftigen. Schlafen soll es aber in der Rückenlage. Und die Seitenlage soll wie die Bauchlage beim Schlafen ganz vermieden werden.

2. Schlafsack statt Bettdecke

Nehmen sie zum Schlafen einen Babyschlafsack ohne Kapuze und verzichten Sie auf eine Bettdecke. Babyschlafsäcke geben Ihrem Baby viel Freiheit zum Strampeln, trotzdem bleibt Ihr Kind angenehm warm eingepackt. So muss es weder frieren noch schwitzen. Auch kann es den Schlafsack nicht über Kopf, Mund und Nase ziehen und so womöglich ersticken.

3. Nichts Unnötiges ins Bett

Legen Sie Ihrem Baby in den ersten 12 Monaten keine weiteren Dinge ins Bett. Also keine Schmusetücher, keine Schaf- oder Kunstfelle und keine größeren Kuscheltiere oder Nestchen, ebenso wenig wie Wärmflaschen und Heizkissen. Mit all diesen Dingen könnte ein Wärmestau entstehen oder die Atmung behindert werden. Ein Kissen hat im Kinderbett ebenfalls nichts zu suchen, denn das ausgeatmete Kohlendioxid könnte sich dort sammeln und wird dann anschließend wieder eingeatmet.

4. Überwärmung vermeiden

Eltern haben vor allem Angst, dass das Baby frieren könnte. Doch die größere Gefahr ist die Überhitzung. Wenn es friert, beginnt es zu schreien. Bei Überwärmung aber neigt es dazu weiterzuschlafen. Es können aber Atmung und Kreislauf beeinträchtigt werden. Die ideale Raumtemperatur für Kinder im Wachzustand liegt bei 18 bis 20 Grad, zum Schlafen bei 16 bis 18 Grad Celsius. Mit einem Thermometer im Schlafzimmer können Sie dies überprüfen. Ziehen Sie das Baby auch nicht zu dick an. Ab der vierten Lebenswoche brauchen Babys im Haus nicht mehr Kleidung als die Eltern. Zum Schlafen genügen – außer der Windel – Unterhemd, ggf. Schlafanzug und Schlafsack. Im Sommer, bei hoher Umgebungstemperatur, reicht auch die Unterwäsche. Ziehen Sie dem Säugling auch keine Schlafmütze auf: Sein Kopf soll unbedeckt sein, damit überschüssige Wärme über die Kopfhaut abgeben werden kann. Ziehen Sie Ihr Kind auch tagsüber nie so warm an, dass es anfängt zu schwitzen.

5. Kein Passivrauchen für Kinder

Das Risiko für Ihr Baby, am Plötzlichen Kindstod zu sterben, steigt mit jeder gerauchten Zigarette! Von daher: Rauchen Sie nicht in der Schwangerschaft, Stillzeit und in der Umgebung des Säuglings – Ihrem Baby und sich selbst zuliebe. Überzeugen Sie auch Ihre Familie, in Gegenwart Ihres Babys nicht zu rauchen.

6. Kinderbett neben Elternbett

Wenn das Kind noch sehr klein ist, will man es einfach mit zu sich ins Bett nehmen. Auch wegen des nächtlichen Stillens kann das manchmal praktischer sein. Besser ist es jedoch, wenn das Baby im eigenen Bett liegt – im elterlichen Schlafzimmer. Stellen Sie das Babybett nicht direkt neben die Heizung oder in die Sonne. Dies hilft, eine Überwärmung zu vermeiden.

Die Broschüre mit dem Titel „So schläft ihr Baby am sichersten“ wird aktuell überarbeitet und steht demnächst zusammen mit neu entwickelten Faltblättern in verschiedenen Sprachen zum Download unter www.masgff.rlp.de oderwww.lzg-rlp.de zur Verfügung.

Sie finden diesen und weitere Texte auch auf der Homepage der LZG unter www.gesundheitstelefon-rlp.de. Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131Mainz, Telefon 06131/2069-0.

01. bis 15. April 2008

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl