Lebenselixier Sonne - richtig dosiert

Jetzt ist Sommer – und alles dreht sich wieder einmal um die Sonne. Wo ist das schönste Reisewetter? In welcher Gegend kann man am besten Sonne tanken? Unsere Sehnsucht nach Sonne ist riesengroß. Und das ist gut so, denn ohne Sonne könnten wir nicht leben.

Das helle Tageslicht ist der Gegenspieler von depressiven Verstimmungen. Unser erster Tipp daher: Gehen Sie regelmäßig raus und tanken Sie Licht! Am besten geeignet ist dafür allerdings nicht die Mittagssonne, sondern das frühe Morgenlicht.

Weiterhin bildet der Körper mithilfe der UV-Strahlen in den oberen Hautschichten Vitamin D. Dieses ist wichtig, um Knochen und Zahnsubstanz aufzubauen und um Muskeln, Nerven und das Immunsystem reibungslos funktionieren zu lassen. Das durch Sonne gebildete Vitamin D kann nicht überdosiert werden, dafür sorgt der Körper schon selbst: Denn Sonne verändert die Pigmente der Haut, dies senkt die Durchlässigkeit für UV-Strahlen, und damit wird die Vitamin-D-Bildung gebremst.

Braune Haut gilt in unserer Gesellschaft als attraktiv. Wer braun ist, suggeriert damit Gesundheit, Lebensfreude und materiellen Wohlstand. Dies ist der Grund, warum die Sonne von so vielen Menschen regelrecht angebetet wird. Intensives Sonnenbaden ist jedoch gefährlich, denn zu viele UV-Strahlen überfordern den Selbstschutzmechanismus der Haut. Die dünner werdende Ozonschicht verstärkt die Gefahr, indem sie immer weniger als Filter für das Sonnenlicht dient und die Sonne dadurch aggressiver werden lässt. Die Folge: Die Haut beginnt ledrig und älter auszusehen, das Risiko für Sonnenbrände und Hautkrebs steigt.

Wichtig ist also ein maßvoller Umgang mit dem Sonnenlicht. Die ABC-Regel des Sonnenschutzes fasst die Empfehlungen zusammen: Ausweichen, Bekleiden, Cremen.

Das Ausweichen gilt vor allem für die sehr aggressiven UV-Strahlen zur Mittagszeit von 11 bis 15 Uhr – hier in Rheinland-Pfalz und natürlich insbesondere in südlicheren Breitengraden. Gehen Sie also in den Mittagsstunden in den Schatten oder ins Hausinnere.

Bekleiden Sie sich auch in der Sonne – vor allem auf Wanderungen und Ausflügen. Bei Ihrer Kleidung ist es wichtig, Kopf und Oberkörper zu bedecken, denn hier kommt am meisten Sonne an. Frauen mit schulterfreien T-Shirts sollten an ein Schultertuch denken. Außerdem gibt es spezielle UV-Schutz-Kleidung, die einen höheren UV-Schutzfaktor hat als normale Textilien. Der UV-Schutzfaktor wird mit den Buchstaben UPF gekennzeichnet. Ein T-Shirt mit einem UPF von 80 lässt nur ein achtzigstel der UV-Strahlen durch. Die Textilien sind meist luftig und leicht.

Cremen Sie sich mit der richtigen Sonnencreme ein. Einen Anhaltspunkt gibt der Lichtschutzfaktor, abgekürzt mit LSF. Er gibt an, wie viel Mal länger Sie sich mit einem Sonnenschutzmittel sonnen können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als wenn Sie keine Sonnencreme benutzen würden. Wenn sich bei Ihnen also ungeschützt nach 15 Minuten schon die Haut rötet, tut sie es mit einem Lichtschutzfaktor von 30 erst nach 7,5 Stunden. Diese Zeit sollten Sie aber trotzdem nicht ausnutzen, sondern nach etwa einem Drittel der Zeit aus der Sonne gehen. Warum? Der Lichtschutzfaktor gibt nur den Schutz vor den UV-B-Strahlen an. Diese sind für Hautrötungen und Sonnenbrände verantwortlich. Dann gibt es aber noch den UV-A-Schutzfaktor. Er schützt vor den UV-A-Strahlen, auf deren Konto die Hautalterung geht. Beide Strahlungsarten sind am Hautkrebsrisiko beteiligt. Der UV-A-Schutzfaktor beträgt nur ca. 1/3 des Lichtschutzfaktors, insofern wird die erlaubte Sonnenzeit entsprechend begrenzt.

Beachten Sie außerdem: Wenn Sie in den Süden fahren und ein heller Hauttyp sind, müssen Sie einen höheren Lichtschutzfaktor wählen als in unseren Breitengraden und als dunkler Typ. Achten Sie ebenso darauf, die Sonnencreme nicht sparsam anzuwenden. Cremen Sie sich vielmehr nach der Zwei-Finger-Methode ein, das heißt, zwei Finger voll Sonnencreme für jedes Körperteil wie Arme, Beine, Po, Gesicht, Bauch, Brust, Schulterbereich und Rücken. Wer viel schwitzt, muss viel nachcremen. Dieses Nachcremen erlaubt aber nicht, länger als berechnet in der Sonne zu bleiben.

Bei Kindern sollten Sie besonders auf die Sonne achten, schließlich ist Kinderhaut noch sehr sensibel und besonders leicht zu schädigen. Gehen Sie also mit gutem Vorbild voran und beachten Sie die ABC-Regel wie beschrieben. Sorgen Sie dafür, dass auch Ihren Kindern der Sonnenschutz zur Gewohnheit wird, genauso wie das abendliche Zähneputzen. Cremen Sie sie regelmäßig ein, setzen Sie ihnen einen Hut auf und lassen Sie sie nicht in der prallen Sonne spielen. Babys sollten der Sonne niemals direkt ausgesetzt werden.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Der Besuch von Solarien, um die Haut an die Urlaubssonne zu gewöhnen, ist nicht zu empfehlen. Die künstlichen UV-Strahlen setzen sich anders zusammen als die natürlichen, denn sie enthalten besonders viel der schnell bräunenden UV-A-Strahlen. Die entstehende Vorbräunung ist nur ein vermeintlicher Schutz vor der natürlichen Sonne. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist ohnehin seit 31.07.2009 aufgrund des Hautkrebsrisikos der Besuch im Solarium verboten.

Um im Sommer nicht ganz blass zu sein, bietet sich eher eine Sonnendusche oder eine Bräunungscreme an. Allerdings ist auch hier die Haut nicht vor Sonnenbrand geschützt. Wenn Sie nach draußen gehen, müssen Sie sich so verhalten, als sei Ihre Haut noch ganz sonnenentwöhnt.

16.-30. Juni 2011

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl